
Der Sturm peitscht die Ostseewellen an die Mole. | Foto: Oliver Holz/Hansestadt Rostock
Aktuelle Karten zur Starkwindgefahr und zum Windkomfort im Stadtgebiet veröffentlicht
Rostock • Das Amt für Umwelt- und Klimaschutz hat neue Kartengrundlagen zum Lokalklima erstellt und im Geoportal der Hanse- und Universitätsstadt Rostock https://www.geoport-hro.de/desktop unter der Rubrik „Klima“ veröffentlicht. Die Starkwindgefahrenkarte und die Karte zum Windkomfort ergänzen die bereits vorhandenen Fachdaten zum Lokalklima und dienen unter anderem als Datengrundlage für die geplante Weiterentwicklung des kommunalen Klimawandelanpassungskonzeptes.
„Durch seine Lage an der Ostsee ist Rostock viel häufiger von starken Winden und Stürmen betroffen als das Binnenland. Angesichts zunehmender Wetterextreme ist daher auch Starkwind, neben Starkregen oder Hitzegefahr, ein Klimaparameter mit dem wir uns als Küstenstadt auseinandersetzen“, begründet Abteilungsleiterin Bianca Schuster die Bedeutung des Themas.
Als Sturmtage gelten Tage mit Windgeschwindigkeiten ab acht Beaufort bzw. 62 Kilometer pro Stunde. Ziel der Untersuchung war es, die Windsituation im gesamten Stadtgebiet möglichst genau abzubilden, um darauf aufbauend die Sturmgefahr und den Windkomfort einzuschätzen. Dabei wurden die Geländeform, die Nutzungen, die städtische Gebäudestruktur sowie Messdaten zum Wind der Wetterstation Warnemünde berücksichtigt. So konnte für jeden Standort in der Stadt ermittelt werden, wie häufig starke Böen auftreten.
Die Starkwindkarte zeigt in einer farbigen Skala, die Sturmgefahr mit einer hohen Auflösung von zwei mal zwei Metern, in zehn Metern Höhe. Die höchste Sturmgefahr besteht demnach in den Küstenbereichen von Warnemünde, auf freien, exponierten Lagen am Stadtrand aber auch punktuell in der Innenstadt. „Die Karte zeigt uns, in welchen Bereichen hohe Windgeschwindigkeiten vergleichsweise häufig auftreten. In Kombination mit weiteren Daten, zum Beispiel dem städtischen Baumkataster oder Informationen zu den Gebäudenutzungen, können so Gefahrenstellen identifiziert werden“, erläutert Bianca Schuster die Ergebnisse.
Der Windkomfort bewertet dagegen die Aufenthaltsqualität im Freien, in zwei Metern Höhe. Diese Karte unterscheidet vier Kategorien entsprechend den Kriterien zur Beurteilung der Windverhältnisse der Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB). Sie reichen von gutem Komfort für Nutzungen mit langem Aufenthalt, zum Beispiel für Cafés mit Außensitzplätzen oder Spielplätze, bis hin zu Flächen, die nur für kurzzeitige Aufenthalte geeignet sind. In der Innenstadt ist der Windkomfort überwiegend für lange Aufenthalte geeignet. In einigen Bereichen treten jedoch durch Beschleunigungseffekte häufig hohe Böen-Geschwindigkeiten auf, etwa in der Langen Straße, vor dem Kröpeliner Tor oder auf dem Neuen Markt. Solche Informationen sind zum Beispiel für die Planung von Veranstaltungen sehr wertvoll oder für die Einrichtung von Außengastronomie.
Die Amtsleiterin des Amtes für Umwelt- und Klimaschutz Dr. Dagmar Koziolek unterstreicht, dass die Karten für verschiedene Anwender und Planungen hilfreich sein können. Sie liefern sowohl Ansatzpunkte zur Verbesserung des Windkomforts in der Stadt als auch zur Verringerung von Risiken durch Starkwind, etwa durch bauliche, verkehrliche oder Begrünungsmaßnahmen.
Ulrich Kunze
Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Umwelt & Natur | Do., 26.03.2026 10:48 Uhr | Seitenaufrufe: 2