Rostock steigt auf – Radreport 2026 veröffentlicht
Rostock (HRPS) • Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock hat den Radreport 2026 veröffentlicht und legt damit eine Bestandsaufnahme sowie einen Ausblick zur Entwicklung des Radverkehrs in der Stadt vor. „Der Bericht dokumentiert, welche Fortschritte wir bereits erzielen konnten. Er zeigt aber auch, wo wir noch entschlossen anpacken müssen“, fasst Dr. Ute Fischer-Gäde, Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität zusammen und ergänzt: „Der eingeschlagene Kurs wird fortgesetzt – mit neuen Einsichten und gestärkter Zielorientierung“.
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass bereits 73 Prozent aller Wege in Rostock zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem öffentlichen Nahverkehr zurückgelegt werden. Die Nutzung des Autos geht zurück, während Radverkehr, ÖPNV und Fußverkehr an Bedeutung gewinnen.
Der Radverkehr in Rostock wird seit 2012 kontinuierlich und ganzjährig erfasst. Inzwischen gibt es 24 Zählstellen. Die Auswertung von sechs Radzählstationen in der Stadt zeigt einen Anstieg des Radverkehrsaufkommens in den Jahren 2019 bis 2023 um insgesamt fünf Prozent, das sind über 2,7 Mio. Radfahrten pro Jahr allein an diesen Messstellen.
Ein zentrales Handlungsfeld bleibt die Verkehrssicherheit. Die Stadt verfolgt das Ziel der „Vision Zero“, also die Vermeidung von Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr. „Wir sind auf einem guten Weg. Seit 2029 ist zum Beispiel die Zahl der Unfälle mit Radverkehrsbeteiligung um mehr als 20 Prozent zurückgegangen“, verdeutlicht Fischer-Gäde. Zur Verbesserung der Infrastruktur wurden in den vergangenen Jahren gezielt Maßnahmen umgesetzt – insbesondere zur Erhöhung der Sicherheit, zum Schließen von Netzlücken und zur Steigerung der Attraktivität des Alltagsradverkehrs.
Mit Blick in die Zukunft setzt Rostock auf strategische Großprojekte. Der Ausbau von Radschnellwegen gilt als zentrales Element der Verkehrsentwicklung. Geplant ist ein rund 28 Kilometer umfassendes Netz mit einer leistungsfähigen Nord-Süd- sowie einer Ost-West-Achse. Erste Abschnitte sind bereits in Betrieb oder im Bau. Hierzu zählen unter anderem der Else-Hirschberg-Weg und der Dr.-Lorenz-Weg in der Südstadt.
Ein weiteres Projekt ist die Warnowbrücke. Sie wird als kombinierte Geh- und Radwegverbindung künftig zentrale Stadtbereiche miteinander verknüpfen und gleichzeitig Teil internationaler Radrouten sein. Damit stärkt sie sowohl den Alltagsverkehr als auch den Fahrradtourismus.
Neben baulichen Maßnahmen unterstreicht der Radreport die Bedeutung gesellschaftlichen Engagements. Initiativen wie das „Stadtradeln“, das Fahrradforum oder zivilgesellschaftliche Akteure tragen wesentlich zur Förderung des Radverkehrs bei. So konnten zum Beispiel beim Stadtradeln 2025 über 4.300 Teilnehmende rund 868.000 Kilometer sammeln – ein deutlicher Zuwachs gegenüber den Vorjahren. „Verkehr ist ein Thema, das uns alle angeht und uns alle bewegt. Wir wollen Rostock zu einer Stadt entwickeln, in denen sich die meisten Alltagswege durch das Rad, zu Fuß oder durch den ÖPNV problemlos bewältigen lassen. Der Weg zur Fahrradstadt ist also kein Selbstläufer, sondern resultiert aus der konstruktiven Zusammenarbeit unterschiedlicher Interessensgruppen“, betont Senatorin Ute Fischer-Gäde.
Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Freizeit & Sport | Mi., 21.01.1970 - 14:36 Uhr | Seitenaufrufe: 0« zurück zur News-Übersicht