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Verträge für Ölbekämpfungsschiffe VILM und FLUNDER unterzeichnet

Rostock (MLUV) • Umweltminister Dr. Till Backhaus hat im Beisein des Leiters des Havariekommandos Hans-Werner Monsees in Rostock zwei Verträge zur Bereederung bzw. zur Vorhaltung eines Ölwehrschiffes unterzeichnet.

Aufgrund des erheblichen Schiffsverkehrs auf der Ostsee besteht ständig die Gefahr einer Havarie. Zur Vorsorge gegen damit verbundene Meeresver­schmutzungen haben die Bundesrepublik und die Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 2003 zwei Vereinbarungen unterzeichnet. Sie beinhalten die Einrichtung des Havariekommados in Cuxhaven sowie die gemeinsame Beschaffung, den Betrieb und die Unterhaltung von Fahrzeugen, Geräten und Einrichtungen zur Schadstoffunfallbekämpfung.

Für die Schadstoffunfallbekämpfung im küstennahen Bereich der Mecklenburger Bucht sowie dem Rostocker Hafen wurde bis Ende 2019 das Landungsboot ORFE (bis 2017 Landungsboot ÄSCHE) in Rostock stationiert. Aufgrund der stark frequentierten Schifffahrtswege östlich Rügens wurde jedoch entschieden, das Landungsboot in den Bereich der Pommerschen Bucht zu verlegen. Das Schiff ist mittlerweile fest in Lubmin stationiert.

Als Ersatz für das Landungsboot wurde mittels eines europaweiten Ausschreibungsverfahrens ein geeignetes Schiff für den Bereich Rostock gesucht, das im Rahmen der Schadstoffunfallbekämpfung als Ölaufnahmeschiff, für Geräte- und Materialtransporte (z.B. Zuführung von Ufer- und Strandreinigungsgerät von der Seeseite) sowie für Ver- und Entsorgungsaufgaben im Küstenbereich sowie im Hafenbereich der Stadt Rostock eingesetzt werden kann.

Der Zuschlag wurde an Baltic Taucherei- und Bergungs­betrieb Rostock GmbH erteilt. Das Unternehmen bereedert für die Bund-Länder-Partnergemeinschaft bereits das Landungsboot ORFE und besitzt seit vielen Jahren Erfahrungen im maritimen Unfallmanagement auf Nord-und Ostsee und war bereits an der Bewältigung verschiedener Großschadenslagen beteiligt.

Für das ebenfalls in Rostock stationierte Ölfangschiff VILM musste nach Kündigung des Bereederungs­vertrages durch den bisherigen Betreiber die Bereederung ebenfalls europaweit neu ausgeschrieben werden.

Im Ergebnis des Ausschreibungsverfahrens konnte die Leistung nun an die Fairplay Towage Group aus Hamburg vergeben werden. Die Firma ist seit vielen Jahren Partner in der maritimen Notfallvorsorge tätig und bereedert u.a. weitere Schiffe der Bund-Länder-Partnergemeinschaft, so z.B. den Notschlepper BALTIC hier in der Ostsee.

Umweltminister Dr. Till Backhaus stellt die große Bedeutung der Vorsorge vor Schadstoffunfällen auf der Ostsee heraus. "Die jüngste Vergangenheit hat uns gerade wieder gezeigt, welche Gefahren vom zunehmenden Schiffsverkehr ausgehen. Ich denke hier an den vor einem Jahr gestrandeten Frachter Wakashio vor der Küste von Mauritius. Ein solches Ereignis an unserer Küste wäre eine unbeschreibliche Katastrophe, nicht nur für Mecklenburg-Vorpommern. Der Vorsorge vor derartigen Ereignissen muss eine besondere Bedeutung zugemessen werden die ich mit allen Kräften unterstütze. Mit der Bereederung der VILM durch die Firma Fairplay und der zusätzlichen Bindung der FLUNDER der Firma Baltic Taucher wird die Vorsorge vor solchen Katastrophen weiter gestärkt."

Der Leiter des Havariekommandos Hans-Werner Monsees fügt hinzu:

"Ich freue mich sehr, dass wir mit Fairplay und Baltic Taucher zwei zuverlässige und leistungsstarke und vor allem auch erfahrene Firmen für die Schadstoffunfall­bekämpfung binden konnten. Damit setzen wir eine jahrelange und konstruktive Zusammenarbeit mit zwei verlässlichen Partnern fort."

"Maritimes Notfallmanagement, die Bewältigung komplexer Schadenslagen ist die Aufgabe des Havariekommandos. Nur mit so zuverlässigen Partnern wie Ihnen können wir diesen Auftrag erfüllen. Ihr Beitrag, unsere Gewässer vor Verschmutzungen zu schützen, ist unerlässlich und von hohem Wert für die Umwelt und die Menschen an den Küsten", dankt der Leiter des Havariekommandos Hans-Werner Monsees den Vertragspartnern.

Hintergrund:
Das Havariekommando handelt im Auftrag des Bundes und der fünf Norddeutschen Bundesländer (Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein). Im Falle einer komplexen Schadenslage auf See übernimmt es die Gesamteinsatz­leitung und nutzt dafür die Einsatzmittel des Bundes und der fünf norddeutschen Bundesländer.

Neben dem zusätzlich gebundenen Schiff FLUNDER und der neu bereederten VILM in Rostock hält Mecklenburg-Vorpommern als Partner der Bund-Länder-Verein­barungen mit dem Gewässeraufsichts- und Ölfangschiff (GÖS) "STRELASUND" in Stralsund und dem Landungs­boot "ORFE" in Lubmin zwei weitere partnereigene Ölwehrschiffe für die Ölschadens­bekämpfung vor.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Umwelt & Natur | Mo., 19.01.1970 - 20:54 Uhr | Seitenaufrufe: 30
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