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Auftakt für Netzwerk Elektromobilität

Seidel: Vorhandenes Know-how aus MV bündeln

Rostock (mwat) • Am Freitag hat in Rostock die Auftaktveranstaltung zum Netzwerk "Elektromobilität in Mecklenburg-Vorpommern" stattgefunden. "Elektromobilität bedeutet mehr als nur den Einsatz von Elektrofahrzeugen, oder einfach den Verbrennungsmotor durch den Elektromotor zu ersetzen. Die Elektromobilität wird die Produktstrukturen, die Prozesse in den Unternehmen und die Zulieferstrukturen in hohem Maße verändern. Hier rechtzeitig dabei zu sein und sich innovativ in die sich entwickelnden Zulieferbeziehungen und Märkte einzubringen, ist ein Muss", sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Jürgen Seidel am Freitag vor Ort.

"In unserem Land existiert verbunden mit unternehmerischen Engagement ein hervorragendes wissenschaftliches Potential an den Universitäten und Fachhochschulen und wir haben ein gut aufgestelltes Netzwerk- und Projektmanagement", so Seidel weiter. In MV gibt es rund um die Elektromobilität zukunftsträchtige technologische Kompetenzen u.a.  auf den Gebieten der Fahrzeugtechnik (Fahrzeuge und Komponenten), der Elektroenergieerzeugung und Speicherung, der Ladestationen und der Netzinfrastruktur sowie der Aus- und Weiterbildung.

Im Dezember 2010 wurde das technologieorientierte Netzwerk "Elektromobilität in MV" gegründet. "Dieses Netzwerk hat sich die Aufgabe gestellt, die Entwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette Elektromobilität im Land voranzutreiben. Hierzu gehören die Beschaffung und Veredlung der Rohstoffe, die Entwicklung, die Fertigung und auch das Recycling von Fahrzeugen und Fahrzeugkompo-nenten", so Seidel weiter. Weitere Teile der Wertschöpfungskette betreffen die Infrastruktur mit den Ladestationen, Servicekonzepte und Geschäftsmodelle. Schwerpunkt der zukünftigen Tätigkeit dieses Netzwerkes ist die Initiierung von Forschungsverbünden und Forschungs- und Entwicklungsarbeitsgruppen zwischen den Netzwerkpartnern sowie der Technologietransfer aus Forschungseinrichtungen in die Unternehmen. Es wird von der ATI Küste GmbH - Gesellschaft für Technologie und Innovation – geleitet. Das Netzwerk wird vom Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt.

"Die Verknüpfung von Mobilität mit intelligenten Energienetzen oder der Realisierung neuer Geschäftsmodelle durch innovative IT-Anwendungen werden bei der Entwicklung nachhaltiger Mobilitätslösungen eine wichtige Rolle spielen", sagte Seidel. Der Wirtschaftminister kündigte an, den im vergangenen Jahr gestarteten Wettbewerb "Energieeffizienz und Erneuerbare Energien" fortführen zu wollen  und technologiespezifisch auf die Umwelttechnologien neu auszurichten. Schwerpunkte könnten hier die Elektromobilität sowie in diesem Zusammenhang Energiespeicher-technologien sein.

Im Jahr 2007 lagen deutschlandweit die verkehrsbedingten CO2-Emissionen bei 18 Prozent der Gesamtemissionen.  "Wird die Elektromobilität mit dem Einsatz erneuerbarer Energien verbunden, resultieren daraus erhebliche Einsparpotenziale. Neben diesen Einsparpotenzialen hat der Einsatz von Elektromobilen, die durch erneuerbare Energien gespeist werden, positive Auswirkungen auf das Tourismusgeschäft. Saubere und geräuscharme Mobilität in touristischen Orten und deren Umgebung erhöhen die Attraktivität dieser Orte", sagte Seidel.

Beispiele für solche Projektideen sind u. a. der Pedelec-Ausbau (elektrische Unterstützung des Pedalantriebs an einem Fahrrad) des mecklenburgischen Anteils des Fernradweges Berlin – Kopenhagen. Ein weiteres Projekt ist die Entwicklung eines Elektromobilitätskonzepts im Rahmen der Promenadenerweiterung Usedom – Swinemünde. Bei den Planungen wurden alle Möglichkeiten der CO2-Einsparung und -Vermeidung berücksichtigt. Im besonderen Focus stehen Maßnahmen zur energiesparenden Beleuchtung und der Nutzung erneuerbarer Energien. Aber auch der zukünftige Einsatz von Elektrofahrzeugen wird bereits konzipiert. Neben entsprechenden Mobilitätsangeboten für Touristen (Elektrofahrräder und Pedelecs) soll später auch der Betrieb von elektrisch betriebenen Fahrzeugen zur Ver- und Entsorgung, zum touristischen Shuttleverkehr bis hin zum Elektroauto ermöglicht werden.


Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Wirtschaft | Fr., 16.01.1970 - 00:53 Uhr | Seitenaufrufe: 553
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