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Gemeinsames Drug-Checking-Angebot im Rostocker Gesundheitsamt gestartet

Rostock (HRPS) • [strong][italic]Gemeinsames präventives Angebot von Gesundheitsministerium, Hanse- und Universitätsstadt Rostock und Universitätsmedizin Rostock verbindet anonyme Tests mit verpflichtender Beratung und Prävention[/italic][/strong]

Rostock hat seit dem 1. April ein neues Drug-Checking-Angebot. Im Gesundheitsamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock können Konsumentinnen und Konsumenten ihre Substanzen anonym und kostenfrei analysieren lassen. Das präventive Substanzanalyseangebot ist Teil der Landesstrategie Gesundheitsförderung und Prävention und wird gemeinsam vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport, der Hanse- und Universitätsstadt Rostock sowie der Universitätsmedizin Rostock umgesetzt.

Der offizielle Auftakt des Angebots erfolgte am 7. April. Ab sofort steht das Drug-Checking regelmäßig jeden Dienstag von 16 bis 18 Uhr im Gesundheitsamt Rostock (Erdgeschoss, Raum 0.30) zur Verfügung.

Die Substanzanalysen werden durch Expertinnen und Experten der Universitätsmedizin Rostock durchgeführt. Toxikologinnen und Toxikologen der Rechtsmedizin untersuchen die anonym abgegebenen Substanzen und liefern verlässliche Ergebnisse zu Inhaltsstoffen und Risiken. Analysiert werden Drogen in Pulver- und Pillenform. Sollten unerwartet hohe Dosierungen oder gefährliche Beimischungen festgestellt werden, wird öffentlich davor gewarnt. Das Angebot richtet sich sowohl an Menschen, die in ihrer Freizeit Drogen konsumieren, als auch an Menschen mit Suchterfahrung. Das Drug-Checking-Angebot ist eng mit bestehenden Strukturen der Suchthilfe verzahnt. Dazu zählen der Drogenkontaktladen, Angebote zum selbst kontrollierten Konsum, Suchtberatung, Therapie, Selbsthilfe sowie Präventionsangebote im Land Mecklenburg-Vorpommern. Ziel ist es, Übergänge zwischen Prävention, Beratung und weiterführenden Hilfen systematisch zu stärken.

„Angesichts erschreckend hoher Zahlen beim Konsum illegaler Drogen wollen wir im Land im engen Austausch mit Wissenschaft und Praxis Prävention und Hilfsangebote stärken und dabei auch neue Wege gehen. Drug Checking gehört ausdrücklich dazu und ist ein sinnvoller und moderner Beitrag für mehr Gesundheitsschutz und Aufklärung. Es hilft, Risiken zu reduzieren, Leben zu schützen und Menschen frühzeitig zu erreichen. Die Kooperationsvereinbarung in Rostock zeigt, wie tragfähige Strukturen entstehen können“, betonte Gesundheitsministerin Stefanie Drese und verwies auf die Bedeutung eines vernetzten Ansatzes in Prävention und Suchthilfe. Seit Ende Mai 2024 ermöglicht eine Landesverordnung als bundesweit erste ihrer Art die Durchführung anonymer und kostenfreier Substanzanalysen.

Die Rolle der verpflichtenden Beratung als zentrales Element der Prävention hob die Oberbürgermeisterin der Hanse- und Universitätsstadt Rostock hervor. „Drug-Checking wirkt nur dann nachhaltig, wenn die Analyse mit Beratung verbunden ist. Menschen, die Drogen konsumieren, erhalten dadurch fundierte Informationen und werden in ihrer Eigenverantwortung gestärkt. Ich freue mich, dass dieses Angebot nun in Rostock gemeinsam mit der Universitätsmedizin und dem Gesundheitsamt umgesetzt wird“, sagt Eva-Maria Kröger. Damit werde das Angebot bewusst als Teil eines umfassenden kommunalen Präventionskonzepts gestaltet.

„Der Start des Drug-Checking-Angebots ist ein wichtiger Schritt für ein wirksames und nachhaltiges Präventionsangebot in der Region Rostock. Gemeinsam bündeln wir wissenschaftliche Expertise, technische Ausstattung und praktische Erfahrung aus Medizin, Prävention und kommunaler Gesundheitsarbeit. Die Universitätsmedizin Rostock verfügt über eine hohe toxikologische und analytische Kompetenz sowie langjähriges Praxiswissen im Drug-Checking, das nun dauerhaft in eine verlässliche Struktur eingebracht wird“, sagt Dr. Christiane Stehle, Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Vorständin der Universitätsmedizin Rostock.

Einmal wöchentlich besteht im Gesundheitsamt Rostock die Möglichkeit, Substanzen anonym abzugeben und analysieren zu lassen. Im Anschluss nehmen die Konsumierenden verpflichtend an einer Drogenberatung teil. Diese Verbindung von Analyse und Beratung bildet das Kernstück des Angebots und stellt sicher, dass die Ergebnisse im Kontext gesundheitlicher und sozialer Risiken vermittelt werden. Dunkelblaue Fußabdrücke auf dem Boden leiten Besucher vom Eingang direkt zum kombinierten Bereich für Substanzannahme und Beratung, zur Impfberatung des Gesundheitsamtes und zur Beratungsstelle für sexuell übertragbare Erkrankungen. Begleitend zum Start im April informieren Postkarten, Flyer und Poster über das Angebot. Alle wichtigen Informationen sind seit dem 1. April online unter www.drugchecking.info verfügbar.

Grundlage für die Umsetzung ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock, vertreten durch das Gesundheitsamt, und der Universitätsmedizin Rostock. Sie ermöglicht eine dauerhafte Zusammenarbeit bei Substanzanalyse und Beratung und schafft verlässliche Strukturen für das Angebot in der Region.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Gesundheit & Soziales | Mi., 21.01.1970 - 14:16 Uhr | Seitenaufrufe: 12
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