„Schätzchen" kommt zurück: Pop-up-Kleidertausch im Rostocker Rathaus zur Fashion Revolution Week
Rostock-Stadtmitte (HRPS) • Vom 20. bis 24. April 2026 verwandelt sich das Rostocker Rathaus in eine Tauschbörse für Kleidung: Die Fairtrade-Stadt Rostock eröffnet ihren Pop-up Kleidertausch „Schätzchen" - passend zur internationalen Fashion Revolution Week. Hintergrund ist das Gedenken an den Einsturz der Rana-Plaza-Textilfabrik in Bangladesch am 24. April 2013, bei dem mehr als 1.100 Menschen ums Leben kamen. Die Fashion Revolution Bewegung setzt sich seitdem für faire Arbeitsbedingungen, Transparenz und einen nachhaltigeren Umgang mit Kleidung ein.
Tauschen statt kaufen – Kleidung ein langes Leben schenken
Und so funktioniert das „Schätzchen“: Täglich von 10 bis 18 Uhr können Besucherinnen und Besucher gut erhaltene Kleidungsstücke ab Größe 152 tauschen, aber auch Accessoires wie Mützen, Schals, Taschen und Schmuck. Abgegeben werden können bis zu 15 Teile auf einmal. Mitgenommen werden darf was gefällt, unabhängig davon, ob etwas mitgebracht wurde. Alle Kleiderspenden müssen gewaschen, fleckenfrei, intakt und in optisch gutem Zustand sein. Nicht akzeptiert werden Schuhe, Strümpfe und Kinderkleidung. Wie in einem Geschäft ist alles auf Kleiderständern einsortiert und mehrere Kabinen und Spiegel stehen für die Anprobe vor Ort zur Verfügung.
Buntes Rahmenprogramm – alles kostenlos und ohne Anmeldung
Neben dem täglichen Kleidertausch erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielseitiges, interaktives Wochenprogramm. Siebdrucker Dustin hat Dienstag und Mittwoch ansprechende Motive und viele Farben dabei, um Textilien zu verschönern. Am Donnerstagnachmittag zeigt die Nähwerkstatt der Greifswalder Kabutze, wie Kleidungsstücke repariert oder weiterverwendet werden können. Donnerstag und Freitag wird die spielerische Bildungsinsel des Ökohaus e.V. Rostock vor Ort sein. Eine öffentliche Umfrage lädt ein, das eigene Kaufverhalten und die Bestände im Kleiderschrank zu hinterfragen. Alle Angebote sind kostenfrei und ohne Voranmeldung zugänglich.
Volle Kleiderschränke, volle Deponien
Die Modeindustrie ist eine der ressourcenintensivsten der Welt – und eine der verschwenderischsten. Weltweit werden jährlich rund 180 Milliarden Kleidungsstücke produziert, 30 bis 50 Prozent davon enden als Ladenhüter. Laut Bundesumweltministerium kauft jede Person in Deutschland durchschnittlich sechzig Kleidungsstücke pro Jahr – und jedes fünfte davon wird so gut wie nie getragen. In der Europäischen Union werden zwischen vier und neun Prozent aller neu auf den Markt gebrachten Textilprodukte vernichtet, ohne jemals genutzt worden zu sein – und von der getragenen Kleidung, die aussortiert wird, landet der Großteil, etwa 87 Prozent, in der Verbrennung oder auf der Deponie.
2025 wechselten durch zwei „Schätzchen“-Veranstaltungen schätzungsweise mehr als 30.000 Teile die Kleiderschränke. Wer tauscht oder repariert statt neu zu kaufen schont Ressourcen, spart Geld und setzt ein klares Zeichen gegen Fast Fashion und Wegwerfkultur.
Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Lokales | Mi., 21.01.1970 - 14:12 Uhr | Seitenaufrufe: 0« zurück zur News-Übersicht