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Rostock setzt Zeichen für mehr Rücksicht im Straßenverkehr

Rostock (HRPS) • Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock macht die Sicherheit im Straßenverkehr erneut zu einem zentralen Thema. Mit der Kampagne „Rostock nimmt Rücksicht“ ruft die Stadt alle Rostockerinnen und Rostocker dazu auf, das eigene Verhalten im Verkehr bewusst zu reflektieren. Ziel ist es, das Bewusstsein für gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu stärken – und damit die Zahl der Unfälle spürbar zu senken.

Dass Handlungsbedarf besteht, zeigen aktuelle Zahlen: Für das Jahr 2025 wurden vorläufig rund 5600 Verkehrsunfälle im Stadtgebiet registriert. Hinzu kommen mehr als 80 Unfallhäufungsstellen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.

„5600 Unfälle im Jahr sind 5600 Schicksale – Jeder einzelne Vorfall bedeutet Stress, Leid oder im schlimmsten Fall lebensverändernde Folgen. Das ist für uns Ansporn und Verpflichtung zugleich. Wir wollen die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten bis 2050 auf nahezu null senken. Das schaffen wir nur gemeinsam – mit Umsicht, Respekt und Verantwortungsbewusstsein“, erklärt Dr. Ute Fischer-Gäde, Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität.

Damit schließt sich Rostock dem europäischen Leitbild „Vision Zero“ an. Dass die Idee dahinter funktioniert, zeigt der Blick nach Helsinki. Dort gab es seit Juli 2024 keinen tödlichen Verkehrsunfall mehr. Möglich wurde dies durch langfristige strategische Planung, datenbasierte Identifikation von Gefahrenschwerpunkten, Tempo-30-Regelungen auf mehr als der Hälfte der Straßen, gezielte Infrastrukturmaßnahmen, intensive Geschwindigkeitsüberwachung und intelligentes Verkehrsmanagement. Der entscheidende Faktor bleibt jedoch der Mensch – und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und gegenseitig aufeinander Rücksicht zu nehmen.

Genau hier setzt die Rostocker Kampagne an. Noch bis zum 3. März macht die Verkehrsbehörde mit Plakaten im Stadtgebiet und einer begleitenden Social-Media-Kampagne auf ein respektvolles Miteinander aufmerksam. Grundlage ist Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung: Wer am Verkehr teilnimmt, hat sich so zu verhalten, dass niemand geschädigt, gefährdet oder mehr als unvermeidbar behindert wird. Das gilt für alle – ob zu Fuß, mit dem Rad, im Auto oder mit Mobilitätseinschränkungen. Angesichts wachsender Verkehrsdichte, neuer Mobilitätsformen und eines zunehmenden Nutzungsdrucks auf den öffentlichen Raum steigen die Anforderungen an alle Beteiligten. „Rücksichtnahme ist kein Zusatz, sondern Voraussetzung für Sicherheit. Manchmal braucht es einen Perspektivwechsel: Ist das schnelle Ankommen wirklich wichtiger als die Sicherheit eines anderen Menschen? Jede und jeder von uns kann täglich dazu beitragen, Unfälle zu verhindern“, verdeutlicht Ellen Eger, Leiterin der Verkehrsbehörde, und ergänzt: „Rücksicht ist kein Verzicht – sie ist ein Gewinn für alle.“


Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Verkehr | Mi., 21.01.1970 - 13:03 Uhr | Seitenaufrufe: 22
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