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Rostock entwickelt Leitstrategie Schwammstadt 2080

Rostock (HRPS) • Die Bürgerschaft der Hanse- und Universitätsstadt Rostock berät derzeit über die neue Leitstrategie „Schwammstadt Rostock 2080“. Mit ihr geht die Stadt einen wichtigen Schritt in der kommunalen Klimaanpassung.

„Die Schwammstadt macht Rostock widerstandsfähiger“, erklärt Dr. Ute Fischer-Gäde, Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität. „Sie hilft uns, besser mit Extremwetter umzugehen, Schäden zu begrenzen und die Menschen durch kluge Vorsorge zu schützen.“ Ziel ist es, Rostock langfristig besser auf Starkregen, Hitze und Trockenperioden vorzubereiten und gleichzeitig einen nachhaltigen Umgang mit Regenwasser zu etablieren.

Auslöser für die Entwicklung der Strategie waren die starken Regenfälle im Jahr 2011, die in Rostock erhebliche Schäden verursachten. In der Folge haben die Stadtverwaltung und ihre Partner aus der Wasserwirtschaft die bestehende Entwässerungsinfrastruktur umfassend untersucht. Beteiligt waren unter anderem der Warnow-Wasser- und Abwasserverband, die Nordwasser GmbH, der Wasser- und Bodenverband „Untere Warnow – Küste“ sowie die Professur für Wasserwirtschaft an der Universität Rostock.

Grundlage der Arbeiten ist ein Bürgerschaftsbeschluss aus dem Jahr 2019, der vorsieht, die wichtigsten Entwässerungsachsen der Stadt systematisch zu überprüfen – auch für seltene, extreme Regenereignisse mit einem Wiederkehrintervall von bis zu 100 Jahren.

Die Leitstrategie „Schwammstadt Rostock 2080“ verfolgt das Ziel, den natürlichen Wasserhaushalt möglichst zu erhalten. Regenwasser soll künftig nicht mehr nur schnell abgeleitet, sondern als wertvolle Ressource betrachtet werden. Dazu gehören das Speichern, Zurückhalten, Versickern und gezielte Nutzen von Niederschlagswasser direkt im Stadtgebiet. Wasser wird dabei auch als gestalterisches Element in der Stadtentwicklung verstanden – etwa durch offene Wasserflächen oder grüne Infrastruktur.

Zentrale Zielsetzungen dabei sind die Bewältigung der Entwässerungsaufgaben, Anpassungen an den Klimawandel und Verbesserungen bei der Starkregenvorsorge, ein nachhaltiger Umgang mit Niederschlagswasser zur Stützung der natürlichen Wasserhaushaltsbilanz, eine Stärkung der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung, die Entwicklung von offenen Wasserflächen und Verdunstungselementen zur Verbesserung des Stadtklimas und die Integration wasserwirtschaftlicher Belange in die Stadt- und Freiraumplanung.

Die Leitstrategie benennt mehrere konkrete Handlungsfelder, darunter:

- eine wassersensible Stadtentwicklung mit verbindlichen wasserwirtschaftlichen Fachbeiträgen in neuen Planungsgebieten,

- offene Wasserflächen und grüne Infrastruktur zur Kühlung der Stadt,

- Versickerungslösungen wie Mulden-Rigolen-Systeme oder wasserdurchlässige Beläge,

- die Anpassung und Verstärkung bestehender Entwässerungsachsen zur Starkregenvorsorge sowie

- die Nutzung von Regenwasser in Trockenzeiten, etwa zur Bewässerung von Grünflächen.

Für die Planung und Dimensionierung der Maßnahmen werden neue Kennzahlen festgelegt und in die städtebauliche Planung integriert. Diese Regelungen sollen alle fünf Jahre überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Eine vorausschauende Planung hilft dabei, zukünftige Schäden und Kosten zu vermeiden und die Daseinsvorsorge zu sichern.

Die Umsetzung der Leitstrategie ist eine gemeinsame Aufgabe vieler Akteure. Innerhalb der Stadtverwaltung arbeiten mehrere Ämter eng zusammen, darunter das Amt für Umwelt- und Klimaschutz, das Tiefbauamt sowie die Ämter für Stadtentwicklung und Stadtgrün. Auch die Partner aus der Wasserwirtschaft und die Universität Rostock sind beteiligt.

Erste Maßnahmen werden bereits umgesetzt. Dazu zählen ein Projekt zur Regenwasserbewirtschaftung im neuen Wohngebiet Kiefernweg sowie der Bau einer Entwässerungsleitachse entlang der Fritz-Reuter-Straße. Diese Pilotprojekte liefern wertvolle Erfahrungen für weitere Vorhaben.

Mit der Leitstrategie „Schwammstadt Rostock 2080“ schafft die Stadt eine wichtige Grundlage für eine klimaangepasste, zukunftsfähige und ressourcenschonende Stadtentwicklung.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Stadt | Mi., 21.01.1970 - 12:22 Uhr | Seitenaufrufe: 0
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