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Brücken in Rostock: Tiefbauamt veröffentlicht Zustandsbericht

Rostock (HRPS) • Mehr als 40.000 Autos fahren täglich die L22 entlang und passieren dabei die Vorpommernbrücke. Sie führt den Straßenverkehr über die Warnow in die Stadt oder in Richtung Stralsund zur B105. Sie ist 145 Meter lang und insgesamt 15,2 Meter breit und für die verkehrliche Infrastruktur in Rostock unabdingbar. Doch die bestehende Vorpommernbrücke muss mittelfristig weichen und ein Ersatz muss her. Maximal 18 Jahre hält die Bestandsbrücke noch. Spätestens in den nächsten zehn bis zwölf Jahren soll mit einem Ersatz begonnen werden, damit es zu keinen Ausfällen an dem verkehrlichen Hauptnadelöhr kommt. Darauf weist das für die kommunalen Brückenbauwerke zuständige Tiefbauamt auf Grundlage neuester Überwachungs- und Nachrechnungsergebnisse hin.

Die Vorpommernbrücke wurde in den Jahren 1983 bis 1986 errichtet und 1998 mit zusätzlichen Tragelementen statisch verstärkt. In den Jahren 2010 bis 2013 wurden die Verschleißbauteile der Brücke planmäßig instandgesetzt. Aufgrund aktueller Untersuchungsergebnisse, wird sie nicht nur turnusmäßig alle drei Jahre geprüft, sondern unterliegt jährlichen Sonderprüfungen. Zusätzlich wird die Verformung im Mittelfeld der Brücke beispielsweise zwei Mal im Jahr durch Kontrollmessungen überprüft.

„Wir führen jährliche Sonderprüfungen und halbjährliche Kontrollmessungen durch, damit wir schnell reagieren können, wenn es zu Veränderungen bei der Tragfähigkeit kommt“, erklärt Heiko Tiburtius, Leiter des städtischen Tiefbauamtes.Aktuell wird untersucht, ob eine Brücke oder ein Tunnel als Ersatz für das bestehende Bauwerk geplant werden soll. Die Vorpommernbrücke selbst wird nach Fertigstellung bzw. im Zuge eines Ersatzes abgerissen.

Das Tiefbauamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock plant, überwacht und erhält derzeit 216 überwachungspflichtige Ingenieurbauwerke in Rostock. Hierzu zählen 47 Fußgänger- und 57 Straßenbrücken, 22 sonstige Bauwerke wie Tunnel, 27 Lärmschutzwände und 53 Stützwände sowie 10 Verkehrszeichenbrücken. Zu den 216 Bauwerken gehören außerdem 17 Bauwerke, die sich derzeit in Planung bzw. im Bau befinden. „In den letzten 25 Jahren hat sich die Anzahl der überwachungspflichtigen Ingenieurbauwerke in unserer Stadt mehr als verdoppelt“, gibt Tiburtius zu bedenken. „Das liegt natürlich daran, dass unsere Stadt gewachsen ist und wir die entsprechenden infrastrukturellen Maßnahmen umsetzen mussten“, erklärt er.

Die aktuelle Bestandsaufnahme hat ergeben, dass sich ein Großteil der Bauwerke in einem sehr guten, guten oder befriedigenden Zustand befindet. Lediglich drei Fußgängerbrücken erfordern einen umgehenden Handlungsbedarf. Dabei handelt es sich um die Fußgängerbrücke am Kanonsberg, die Fußgängerbrücke an der Uferpromenade auf der Holzhalbinsel sowie die Fußgängerbrücke in der Aleksis-Kivi-Straße am Pflegeheim. Noch in diesem Jahr sollen die entsprechenden Brücken instandgesetzt werden bzw. bei Bereitstellung von Haushaltsmitteln die Planungen beginnen. Die Brücken, Bauwerke und Stütz- sowie Lärmschutzwände, die sich aktuell in einem befriedigenden oder ausreichenden Zustand befinden, werden dagegen in den kommenden Jahren besonderes Augenmerk erfordern. Bedeutet: Der Investitionsbedarf steigt – für die Unterhaltung, Wartung, Prüfung sowie für die Planung und Umsetzung neuer Maßnahmen. „Damit wir unsere Teilbauwerke auf dem derzeitigen Zustandsniveau halten bzw. notwendige Baumaßnahmen durchführen können, werden wir jährlich einen zweitstelligen Millionenbetrag aufwenden müssen“, fasst der Tiefbauamtsleiter zusammen. Für das Jahr 2026 sind rund 9,5 Millionen Euro und für 2027 knapp 12,3 Millionen Euro veranschlagt.

Zu den geplanten Ersatzneubauten gehört neben der Vorpommernbrücke, auch die Brücke in der Rennbahnallee, die die Straße Rennbahnallee und die Straßenbahn über die Bahngleise führt. Die Brücke wurde 1930 errichtet, die Planung für den Ersatz der Straßenbrücke befindet sich bereits im Genehmigungs- und Abstimmungsprozess. Derzeit ist ein Baubeginn im Herbst 2026 geplant. Auch die Brücke, die im Zuge des Schmarler Damms über die Bahngleise Rostock Hbf – Warnemünde führt, muss bis 2030 erneuert werden. Bereits jetzt unterliegt die Brücke aufgrund ihres Zustandes und der Konstruktion jährlichen Sonderprüfungen. Die vorhandene Brücke wird abgebrochen. Der Neubau erfolgt anschließend an selber Stelle. Der Baubeginn ist für Ende 2027 avisiert.


Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Verkehr | Mi., 21.01.1970 - 05:29 Uhr | Seitenaufrufe: 0
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