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Versammlungslage in Rostock - Polizei zieht Bilanz

Rostock (PIHR) • Erneut hat es in der Hansestadt Rostock mehrere Versammlungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gegeben.


Erneuter Startpunkt eines Versammlungszuges war die August-Bebel-Straße in der Rostocker Innenstadt. Immer wieder wurde seitens der Polizei auf die Auflage einer vorgeschriebenen Mund-Nasen-Bedeckung hingewiesen. Noch bevor sich der Zug in Bewegung setzen konnte, wurde die Versammlung von der Versammlungsleiterin für beendet erklärt. "Ich bedaure, dass es der Versammlungsleitung wieder nicht gelungen ist, einen auflagenkonformen Aufzug zu bilden", so Achim Segebarth.


Als ein Teil des Aufzuges versuchte, sich in entgegengesetzter Richtung zu bewegen, konnte dies durch ein Aufstoppen durch die Polizeikräfte verhindert werden. Währenddessen kam es zu Flaschen- und Böllerwürfen auf Einsatzkräfte. Pfefferspray musste eingesetzt werden. Durch die polizeilichen Maßnahmen konnten mehrere Personen festgestellt werden, die im dringenden Verdacht stehen, Polizeikräfte angegriffen zu haben. Es wurden Anzeigen wegen schweren Landfriedensbruchs aufgenommen und 11 Personen in Gewahrsam genommen.


Mehrere Hundert Personen wurden zum Zweck der Identitätsfeststellung wegen der Auflagenverstöße in der August-Bebel-Straße angehalten. Diese Maßnahmen zog sich über einige Stunden hin. Dabei wurden auch gefährliche Gegenstände wie selbstgebaute Pyrotechnik und ein sogenannter Schießkugelschreiber und Munition aufgefunden.


"Erneut mussten wir feststellen, dass sich gewaltbereite Personen unter die Demonstrationsteilnehmer gemischt und die direkte Konfrontation mit der Polizei gesucht haben. Auch das Vorhandensein einer schussbereiten Waffe sowie Munition ist eine äußerst gefährliche und besorgniserregende Entwicklung.", so Achim Segebarth, Polizeiführer und Leiter der Polizeiinspektion Rostock. Wie auch in der Vorwoche konnten um die 50 Personen der gewaltbereiten Fußballszene zugeordnet werden.


Der weitere Verlauf gestaltete sich als sehr dynamisch. Immer wieder versammelten sich Personen neu und führten kleinere Aufzüge durch, die von der Polizei aufgelöst wurden.


Es wurden weitere Anzeigen u.a. wegen Beleidigung, gefährlicher Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoß gegen das Waffengesetz aufgenommen. Zudem konnten 257 Verstöße gegen die Corona-Landesverordnung festgestellt werden.


Insgesamt kamen ca. 3000 Personen am Montagabend zusammen, um gegen die aktuellen Corona-Beschränkungen zu demonstrieren. Bei vier Gegenprotesten, die allesamt störungsfrei verliefen, kamen um die 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen. Die Rostocker Polizei hat das Demonstrationsgeschehen heute mit 1000 Einsatzkräften begleitet und wurde durch Kräfte der Bundespolizei und aus Schleswig-Holstein unterstützt.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Polizeibericht | Di., 20.01.1970 - 01:14 Uhr | Seitenaufrufe: 126
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