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Versammlungslage in Rostock - Polizei zieht Bilanz

Rostock (PIHR) • In Rostock haben am heutigen Montagabend insgesamt vier Versammlungen stattgefunden. Zwei von ihnen richteten sich gegen die aktuellen Corona-Beschränkungen. Bei einem Aufzug durch die Rostocker Innenstadt sowie die Kröpeliner-Tor-Vorstadt kamen zwischen 3000 und 4000 Personen zusammen. Bei zwei Gegendemonstrationen, die ohne Störungen verliefen,versammelten sich insgesamt 300 Personen.

Erneuter Startpunkt des Versammlungszuges war die August-Bebel-Straße. Bereits kurze Zeit nach Beginn der Demonstration in Richtung Vögenteich musste der Zug durch die Polizei gestoppt werden, da der überwiegende Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmern keine Mund-Nasen-Bedeckung trug. Beim Aufstoppen des Aufzuges musste durch die Polizei einfache körperliche Gewalt sowie Pfefferspray angewendet werden. In der Folge blieb die Stimmung während der Demonstration angespannt. Immer wieder kam es zu Widerstandshandlungen gegenüber der Polizei und Versuchen, Polizeiketten zu durchbrechen. Mehrfach mussten Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt werden.

Im Bereich des Doberaner Platzes kam es zu einem kurzzeitigen Blockadeversuch. Die angemeldete Route über die Doberaner Straße und Am Strande wurde bis zur Warnowstraße eingehalten. Dort stoppte der Aufzug und infolgedessen wanderte ein Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Altstadt in Richtung Neuer Markt und August-Bebel-Straße ab. Es kam vereinzelnd zum Einsatz von Pyrotechnik. Gegen 21 Uhr wurde die Versammlung in der August-Bebel-Straße für beendet erklärt.

In der Spitze haben sich bis zu 4.000 Personen dem Aufzug angeschlossen, zum deutlich überwiegenden Anteil aus dem bürgerlichen Spektrum. Wie bereits in der vergangenen Woche nahmen auch Personen aus dem rechten Spektrum sowie der gewaltbereiten Fußball-Szene bei der Demonstration teil. Diesmal jedoch blieb es nicht nur bei der Teilnahme. Von dem benannten Personenkreis ging die Vielzahl der Widerstandshandlungen aus. Durch das präsente Auftreten, teils an der Spitze des Demonstrationszuges mit Bannern, und das aggressive Verhalten gegenüber der Polizei lenkten sie über einen langen Zeitraum die Versammlung. Insgesamt wurden 10 Strafanzeigen u.a wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung aufgenommen. Die Rostocker Polizei hat das Demonstrationsgeschehen heute mit 580 Einsatzkräften begleitet. Unterstützt wurde die Polizeiinspektion Rostock durch Einsatzkräfte der Bundespolizei.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Polizeibericht | Di., 20.01.1970 - 01:04 Uhr | Seitenaufrufe: 31
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