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Behörden einig: Dachpappenfabrik nicht Quelle für Warnow-Belastung

Rostock-Stadtmitte • Entgegen des Berichts der Ostseezeitung vom 9. Februar über "Rostocks tickende Gift-Bombe" ist die Riedelsche Dachpappenfabrik am Dierkower Warnowufer nicht für die Sedimentbelastungen im Rostocker Stadthafen verantwortlich. Zu diesem Schluss kommt sowohl ein vom Land beauftragtes Gutachten aus dem Jahr 1998, als auch ein aktuelles Gutachten des Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Stralsund. Der von der Zeitung erhobene Vorwurf, die Behörden seien sich über die "Schuld-Frage" uneins und kommen in ihren Untersuchungen zu unterschiedlichen Ergebnissen, entspricht nicht den Tatsachen.

"Richtig ist, dass die Sedimentbelastungen auf die industrielle Vergangenheit im Rostocker Hafen- und Stadtgebiet und damit auf vielfältige Quellen zurückzuführen sind", sagte Backhaus bei einem Gespräch mit dem Finanzsenator der Hansestadt Rostock, Dr. Chris Müller, und Vertretern des WSA Stralsund. Der Minister hatte zu dem Gespräch geladen, um sich ein genaues Bild über die Situation vor Ort zu machen.

"Die Experten haben die Entwicklung unter Wasser seit Jahrzehnten fest im Blick. Es wurden mehrfach Messungen mit dem Ergebnis vorgenommen, dass von den Hafensedimenten keine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht. Sie sind im Schlick gebunden und haben keinen Einfluss auf die Wasserbeschaffenheit der Warnow. Ich möchte nicht, dass hier der Eindruck erweckt wird, in Rostock sei verseuchtes Wasser im Umlauf. Unbegründete Sorgen zu erzeugen "- da hört bei mir der Spaß auf."

Auch betonten die beteiligten Akteure im Rahmen des Gesprächs, dass sie in dieser Angelegenheit seit vielen Jahren konstruktiv zusammenarbeiten. Noch im Herbst soll mit der Ausbaggerung von 25.000 Kubikmeter Sediment begonnen werden, um den Hafen für den Schiffsverkehr zugänglich zu halten. Vorhabensträger ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund. Das Land wird darüber hinaus im April mit der Sanierung der ehemaligen Riedelschen Dachpappenfabrik beginnen. Vorhabensträger ist die landeseigene Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Altlasten Mecklenburg-Vorpommern mbH. Im Zuge der Sanierung erfolgt auf dem gesamten ehemaligen Betriebsgelände ein kompletter Bodenaustausch im obersten Horizont von 2 bis 3 m. Die Dekontamination umfasst auch die belasteten Uferbereiche einschließlich der Wasserwechselzone, so dass nach Sanierungsende eine landseitige Beeinträchtigung der Warnow ausgeschlossen ist. Das Areal kann nach Sanierung zur Nachnutzung frei gegeben werden. Die Sanierungsmaßnahme wird voraussichtlich ein halbes Jahr dauern und ca. 4,8 Mio. € kosten.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Umwelt & Natur | So., 18.01.1970 - 06:07 Uhr | Seitenaufrufe: 105
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