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Backhaus: Gartenbau fehlen Fachkräfte – Chance für Integration von Flüchtlingen

Rostock-Evershagen (MLUV) • Anlässlich des 25. Jahrestages der Rostocker Obst GmbH gab der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus heute am Firmenstandort in Evershagen einen Einblick in die Situation des Obst- und Gemüseanbaus in MV. Der Minister machte auch auf den anhaltenden Fachkräftemangel aufmerksam und warb für die Einbeziehung von Flüchtlingen.

"Die Sicherung von Fachkräften ist eine Herausforderung, mit der sich in MV nicht nur der Gartenbau, sondern die gesamte Land- und Ernährungswirtschaft konfrontiert sieht. Nur wenige junge Menschen bei uns absolvieren heute noch eine Ausbildung in diesen Bereichen. Insbesondere im Gartenbau sind viele Arbeiten ohne den Einsatz ausländischer Saisonarbeitskräfte nicht zu erledigen. Wünschenswert für die Zukunft wäre daher, die gegenwärtige Fachkräftesituation auch als eine Chance für die Integration von Flüchtlingen zu begreifen. Klar ist natürlich auch, dass die Eingliederung von Flüchtlingen viel Einarbeitungszeit erfordert. So unterscheiden sich Produktionstechnologien hier bei uns erheblich von denen in den Herkunftsländern. Hinzu kommt, dass die Anforderungen an landwirtschaftliche Fachkräfte in den vergangenen Jahren enorm gestiegen sind", betonte Dr. Backhaus.

Der Gartenbau hat in MV eine lange Tradition, ist aber im Vergleich zu anderen klimatisch begünstigten Regionen Deutschlands weniger strukturbestimmend. Gleichwohl ist der Gartenbau in MV, wie auch die Landwirtschaft, durch überwiegend große Betriebe gekennzeichnet. Rund 2.400 Arbeitskräfte und etwa 1.100 weitere Saisonarbeitskräfte sind derzeit im Gartenbau beschäftigt. Insgesamt gibt es in MV 254 Gartenbaubetriebe, die auf einer Fläche von 5.027 ha wirtschaften. Dabei beträgt die durchschnittliche Flächenausstattung der Betriebe 19,8 ha. Der Bundesdurchschnitt liegt bei nur 6,2 ha.

Der Freiland-Gemüsebau in MV besitzt mit einer Anbaufläche von rund 700 ha Entwicklungspotenzial: "MV ist zwar keine Hochburg des deutschen Gemüseanbaus, aber es gibt hierzulande einige große und moderne Gemüseerzeuger, die aufgrund eines effizienten Netzwerkes aus Wissenschaft, Forschung, Beratung und Verwaltung, sehr gute Produktionsbedingungen vorfinden", so Dr. Backhaus.

Obst wird in MV auf einer Fläche von rund 3.100 ha angebaut, wobei sich der regionale Schwerpunkt im Landkreis Ludwiglust-Parchim befindet. Einige der Fläche liegen auch im Stadtgebiet Rostock. Mit einem Flächenanteil von fast 90% der Baumobstfläche ist der Apfel die mit Abstand dominierende Obstart in MV. Weiterhin werden Sauerkirschen, Süßkirschen, Pflaumen, Mirabellen sowie Birnen geerntet.

Die Obst GmbH Rostock zählt heute zu den größten Obstanbauern in MV. Sie ist Mitglied in der Erzeugerorganisation "Mecklenburger Ernte" und seit 2005 nach den Kriterien von QS und EUREPGAP zertifiziert. Am Standort Rostock werden mit rund 30 Angestellten etwa 200 ha Anbaufläche für Apfel, Birnen, Erdbeeren und Pflaumen bewirtschaftet, ein Teil davon auch nach den Regeln des ökologischen Landbaus. Die Vermarktung der Erzeugnisse erfolgt zu 100% über die Erzeugerorganisation "Mecklenburger Ernte". Die Erzeugergemeinschaft organisiert den gesamten Absatz der Erzeugnisse aller Obsterzeuger, die Mitglied sind und vermarktet die Ware über mehrere Vertragsvermarkter.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Wirtschaft | Sa., 17.01.1970 - 21:29 Uhr | Seitenaufrufe: 126
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