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Erste Drillingsgeburt in Rostock in diesem Jahr

Rostock-Südstadt (HRPS) • In der Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt wurden am 19. Mai 2015 Drillinge geboren. Die 38-jährige Mutter Sandra Dahlke-Görs wurde nach vollendeter 35.  Schwangerschaftswoche durch einen Kaiserschnitt von zwei Mädchen und  einem Jungen entbunden. Das erste Kind war Greta, die mit einem  Geburtsgewicht von 1.830 Gramm geboren wurde. Als zweites wurde Anton mit einem Geburtsgewicht von 2.100 Gramm und als drittes Kind Frieda mit 1.970 Gramm geboren. Die Mutter und ihre drei Kinder sind wohl auf. Nach zweiwöchiger Behandlung auf der Frühgeborenenstation des Klinikums Südstadt kann der stolze Vater, Thomas Dahlke (46), seine Frau und die drei Kinder heute mit nach Hause nehmen. Da das Zuhause der Drillinge und ihrer Familie in der Nähe von Neubrandenburg ist, werden die Kinder gefahrlos mit dem Babynotarztwagen transportiert.

Die vorgeburtliche ambulante und stationäre Betreuung der Risikoschwangeren Sandra Dahlke-Görs erfolgte im Perinatalzentrum des Klinikums Südstadt Rostock. "Glücklicherweise liegt unsere Frühgeborenenintensivstation in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wochenbettstation. So konnten unsere Drillingseltern gleich nach der Geburt ihre Kinder auf der Station besuchen", betont der Chefarzt der Frühgeborenenmedizin Dr. med. Dirk M. Olbertz. "Überhaupt ist unser Betreuungskonzept für Früh- und Risikoneugeborene familienorientiert", so Olbertz weiter. Das bedeute, dass die Mütter und Väter in alle Behandlungs- und Pflegemaßnahmen eng mit einbezogen werden. Damit gewinnen die Eltern rasch Sicherheit im Umgang mit ihren Kindern, vor allem auch mit den spezifischen Besonderheiten eines Risikoneugeborenen. Zur Umsetzung dieses Betreuungskonzepts stehen Unterbringungsmöglichkeiten im Gästehaus des Klinikums für die Eltern zur Verfügung. Eine enge Elternbeteiligung ist Voraussetzung für eine möglichst frühe Entlassung der Kinder und letztendlich auch ein Beitrag zur Kostenentlastung im Gesundheitswesen.

Statistisch gesehen sind Drillinge ein selteneres Ereignis. So werden auf 85 Einlingsgeburten einmal Zwillinge und auf 7.225 Einlingsgeburten einmal Drillinge erwartet.

Jedes zehnte Paar bleibt heute in Deutschland ungewollt kinderlos. Ein Teil der Betroffenen wendet sich in dieser Situation an spezielle Kinderwunschsprechstunden, aber auch die sogenannte Reproduktionsmedizin kann den Wunsch nach einem eigenen Kind nicht immer erfüllen. Eine Folge der Reproduktionsmedizin ist die Zunahme höhergradiger Mehrlingsschwangerschaften, also von Zwillingen und Drillingen. Die Betreuung und Entbindung von Mehrlingsschwangerschaften ist Aufgabe von Perinatalzentren, um für die Neugeborenen aber auch für die Mutter eine optimale Betreuung auf höchstem Niveau zu sichern.

Drillingskinder sind fast immer Frühgeborene. Für eine ausreichende Reifung besteht die Zielstellung der vorgeburtlichen Schwangerenbetreuung darin, die 35. Schwangerschaftswoche zu erreichen.
Eine enge partnerschaftliche Zusammenarbeit von Geburtsmedizinern und Neugeborenenintensivmedizinern ist gefragt. Aber auch nach einer Geburt in der 35. Schwangerschaftswoche sind noch Unreife bedingte Anpassungsstörungen zu erwarten. Darum müssen Drillingsfrühgeborene gleich nach der Geburt auf einer Frühgeborenenintensivstation überwacht werden. Bei Anpassungsstörungen der Atmung ist häufig eine Atemhilfe, manchmal sogar eine maschinelle Beatmung erforderlich. Die Pflege erfolgt zunächst in Frühgeborenenbrutkästen (Inkubatoren). Das wichtigste aber ist die Monitorüberwachung um jederzeit und rechtzeitig Störungen zu erkennen.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Gesundheit & Soziales | Sa., 17.01.1970 - 15:10 Uhr | Seitenaufrufe: 145
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