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Hydraulisch-/hydrologisches Gutachten für die Hansestadt Rostock notwendig

Rostock (hrps) • Nach den Extremniederschlägen des letzten Wochenendes, welche erhebliche Schäden und Beeinträchtigungen hinterlassen haben, wurde durch Holger Matthäus, Senator für Bau und Umwelt, das Amt für Umweltschutz gebeten, für den Haushalt 2012 bis zu 100.000 Euro einzuplanen. Hiermit soll ein hydraulisch-/hydrologisches Gutachten für die Gewässer zweiter Ordnung in der Hansestadt Rostock erstellt werden, zu denen alle oberirdischen Gewässer außer der Warnow gehören. Die Studie soll systematisch die überschwemmungsgefährdeten Flächen herausarbeiten und priorisierte Maßnahmepläne zum gesicherten Abfluss der Regenmengen vorschlagen.

Das letzte Wochenende brachte Niederschlagsmengen von 36 Liter / m² innerhalb von zwölf Stunden. Übertroffen wurde das Extremereignis von einer bis dahin nie registrierten Regenmenge am 29. August 2006 im Ortsteil Krummendorf von ca. 70 Litern / m² innerhalb von nur zwei Stunden. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt in unserem Bereich bei 591 Litern / m² pro Jahr. Durch die veränderten Klimabedingungen, die wärmere Luft die Aufnahme größerer Mengen von Wasser ermöglicht, wird es zukünftig vermehrt zu Starkregenereignissen kommen. Der atmosphärische Feuchtegehalt verändert sich um sieben Prozent pro einem Grad Kelvin.

Für unvorstellbar wurde bis dahin die Regenmenge von 315 Liter / m² in
24 Stunden am 12. August 2002 im Erzgebirge gehalten: Das entspricht einem Drittel des Jahresniederschlags an nur einem Tag!

Um das weitere Vorgehen in der Hansestadt Rostock zu beraten und einen realen Extremwert zu eruieren, hat Senator Holger Matthäus die Stadtverwaltung, den Deutschen Wetterdienst und den Wasser- und Bodenverband für den 6. Juli 2011 zu sich eingeladen.

Ein erstes Gutachten wurde für einen besonders gefährdeten Teilbereich Rostocks, die Laakniederung, im Juni vor einem Fachauditorium verteidigt. Die Laakniederung vor Warnemünde wird künstlich 1,10 m unter Meeresniveau gehalten, um die Nutzungen (Sport, Wohnen, Gewerbe) weiter zu ermöglichen. Hier wird nun das Wassermanagement überarbeitet.

„Die Vorbereitung zahlreicher Maßnahmen zur Veränderung der Infrastruktur auf kommende Extremereignisse sind dringend und unaufschiebbar zur Anpassung an den laufenden Klimawandel“, zeigt sich der Senator besorgt. Dazu gehören unter anderem vergrößerte Durchmesser der Kanalsysteme für die Regenentwässerung, der angemessene Ausbau der Vorflutsysteme und die Beseitigung von Engstellen sowie die Schaffung von Regenrückhaltebecken.

Große gesamtgesellschaftliche Aufgaben der nächsten Jahre werden einerseits Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Klimawandel und andererseits Maßnahmen zum Klimaschutz z.B. durch die eingeleitete Rostocker Energiewende gehören.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Stadt | Fr., 16.01.1970 - 04:50 Uhr | Seitenaufrufe: 405
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