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130 Jahre RSAG – Tradition die bewegt

Viele Aktivitäten im Jubiläumsjahr

Rostock-Reutershagen (rsag) • Die Rostocker Straßenbahn AG besteht in diesem Jahr 130 Jahre. Anlässlich dieses runden Geburtstages plant die RSAG unter dem Slogan “Tradition, die bewegt seit 1881. Zukunft, die bewegt seit 1881“ bis zum 16. Oktober 2011, dem eigentlichen 130. Geburtstag des Unternehmens, viele Aktivitäten. Sie geben  Einblicke in 13 Jahrzehnte Rostocker Verkehrsgeschichte und Ausblicke in die Zukunft.
Als erste Botschafterin dafür geht am 24. Mai eine Straßenbahn in den Liniendienst, die Fotos aus den letzten 130 Jahren Stadt – und RSAG-Geschichte zeigt. Citylightposter werden ab 24. Mai 2011 ebenfalls an die Tradition des Nahverkehrs in Rostock erinnern. Für diese mobile  Fotoschau wurden viele Fotos aus dem RSAG-Archiv und von Rostocker Fotografen zusammengetragen. Die RSAG bedankt sich u.a. bei Herrn W. Eschenburg und Frau L. Tetzner für das Bereitstellen alter Rostockfotos.

Im Juli 2011 ergänzt die RSAG den unternehmenseigenen Fuhrpark an Traditionswagen um ein Schmuckstück aus den 60er Jahren: Der Ikarus 66 wird fertig gestellt und als Museumsfahrzeug wieder in den Dienst gestellt.
Der eigentliche Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten ist der „Tag der offenen Tür“ am 27. August 2011 auf dem RSAG-Betriebshof in der Hamburger Straße.
Rostocker und Gäste der Stadt sind dann eingeladen, einem Blick hinter die Kulissen zu wagen. Nach über sieben Jahren Pause öffnet dafür die RSAG den Betriebshof.  
Eine große Fahrzeugschau mit historischen Fahrzeugen, eine Ausstellung zu Richard Siegmann, Straßenbahn zum selbst fahren, Werkstattbesichtigungen und ein Unterhaltungsprogramm für große und kleine Gäste sind geplant.

Die RSAG heute
Zukunft,  die bewegt  -  seit 1881
Was vor 130 Jahren mit wenigen Wagen und je einer Pferdestärke anfing, ist heute einer der modernsten Nahverkehrsbetriebe Deutschlands: die Rostocker Straßenbahn AG.
Auf mittlerweile ca. 35,62 km Doppelgleis – und davon 33,17 km unabhängig vom Autoverkehr - fahren die Straßenbahnen durch Rostock. Busse ergänzen auf wichtigen Hauptachsen und in den Stadtteilen und bringen Fahrgäste zu ihren Zielen. Von Montag bis Freitag fahren täglich ca. 160 000 Fahrgäste mit der RSAG.
Seit 2009 fahren RSAG-Mitarbeiter die RE 8 – Züge zwischen Wismar und Tessin.
615 Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen Betrieb. Die Ausbildung von derzeit 30 Azubis sichert auch in Zukunft, dass qualifiziert das Angebot geplant, Bahnen und Busse gefahren werden – und das pünktlich und sicher.

Für die Zukunft ist gesorgt. Nach dem Ausbau des Streckennetzes für die Straßenbahnen zwischen 1998 und 2006 geht es in diesem Jahrzehnt vor allem um den Einsatz moderner Technik.  Ab Mai 2013 werden 13 neue Straßenbahnen für Rostock geliefert. Sie sind technisch und vom Fahrgastkomfort schon auf Zukunft eingestellt. Bereits im August 2011 treffen die ersten fünf Hybridbusse ein und nehmen den Liniendienst auf. Sie werden nach dem Beispiel der Straßenbahnen elektrisch angetrieben – eine wichtige Weichenstellung erfolgt damit für leise, nachhaltige und zukunftsträchtige Technik im ÖPNV.

Ein Rückblick auf die ersten Monate der Rostocker Pferdebahn 1881
„Viele Einwohner Rostocks, vor allem Jugendliche und Kinder, begrüßten fröhlich winkend am 14. Oktober 1881 die Eröffnungsfahrt der Pferdebahn. Sie führte vom Alten Friedhof durch die Wismarsche Straße, zum Schröderplatz, durch die Kröpeliner zum Hopfenmarkt, durch die Blutstraße, über den Neuen Markt, die Steinstraße entlang zum Steintor, über Neue Wallstraße und Mühlendamm schließlich zum Gasthof Weißes Kreuz.“ – so schildert Kurt Groppa in seiner Chronik die Fahrt durch Rostock mit der ersten Pferdebahn.
Am 14. Oktober 1881 wurde mit einer Eröffnungsfahrt symbolisch und am 16. Oktober 1881 dann juristisch per Vertrag besiegelt: Rostock hatte ab sofort eine Pferdebahn, betrieben durch die Mecklenburgische  Straßen-Eisenbahn Actien-Gesellschaft (MSEAG), später RSAG.
Es war die Geburtsstunde für den Öffentlichen Personennahverkehr in Rostock. Die damals ca. 38 000 Einwohner zählende Stadt hatte eine Pferdebahn. Offiziell mit dem Linienverkehr ging es in Rostock am 16. Oktober 1881 los: die damals 3 Linien verbanden mit einer Linie das Weiße Kreuz mit dem Alten Friedhof, mit einer weiteren Strand (Hafen) mit Bellevue und mit einer dritten den Schröderplatz über Augustenstraße und Steinstraße mit dem Hopfenmarkt.
Zur  „Erstausstattung“ der MSEAG gehörten 5 Waggons für je 24 Personen und 5 Waggons für je 26 Personen, 9 Kutscher und 27 Pferde. Das Depot war in der Ottostraße 22.  Die Streckenlänge betrug ca. 8 km, eine knappe halbe Stunde benötigte der Einspänner für die Fahrt vom Alten Friedhof zum Weißen Kreuz. Allein in den ersten 2 ½  Monaten benutzten täglich fast 4600 Rostocker die Pferdebahn.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Verkehr | Fr., 16.01.1970 - 03:50 Uhr | Seitenaufrufe: 544
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