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Rostock-Warnemünde (MLUV) •  
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"Wir sind hier!" - Dokumentarfilm mit Kindern psychisch kranker Eltern

Rostock-Kröpeliner-Tor-Vorstadt (HRPS) • Wenn eine Mutter oder ein Vater sich ein Bein bricht, wird darüber gesprochen. Wenn ein Elternteil psychisch erkrankt, wird es oft verheimlicht. Rund 3,8 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland wachsen mit sucht- oder psychisch kranken Eltern auf, informiert Dr. Antje Wrociszewski, Sucht- und Psychiatriekoordinatorin der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Oft müssen sie zu früh Verantwortung übernehmen und werden an ihrer freien Entwicklung gehindert.
Beratungsstellen bieten Hilfe an, nützen aber vor allem dann, wenn die Eltern fremde Hilfe auch zulassen.

Viel Verantwortung und Einsamkeit - in Deutschland wächst etwa jedes sechste Kind mit sucht- oder psychisch kranken Eltern auf. Etwa 15 Prozent von ihnen sind noch nicht einmal drei Jahre alt. Die Eltern können sich nicht angemessen kümmern, kämpfen mit Kraftlosigkeit, Desinteresse und finanziellen Problemen. Die Kleinen erleben verunsicherte Mütter oder Väter, ein sicherer Halt fehlt in vielen Fällen. Die psychische Erkrankung eines Elternteils ist ein Hochrisikofaktor für die Entwicklung eines Kindes. Die Krankheitsfolgen haben in vielen Fällen Auswirkungen auf das gesamte innerfamiliäre System. Aus solchen Situationen können Verhaltensauffälligkeiten oder körperliche Erkrankungen auch bei den Kindern entstehen. Kinder psychisch kranker Eltern haben statistisch gesehen je nach Art der Erkrankung eine drei- bis vierfach höhere Disposition für psychische Erkrankungen. Daraus entsteht ein zunehmender Bedarf an professioneller Betreuung und Begleitung. Entsprechend ausgerichtete Hilfen und Netzwerke können die Chancen dieser Kinder deutlich verbessern, als Erwachsene später selbst ein normales Leben zu führen.

Kindern tut es gut, mit ihren Gefühlen und Sorgen gesehen zu werden, denn nicht nur für die Eltern ist es schwer, sondern auch für die Kinder. Wie empfinden sie die Erkrankungen der Eltern? Wie gehen sie damit um? Wie wird eine Depression,  Bipolare Störung oder eine Schizophrenie wahrgenommen? Was kann ein Kind tun, wenn es sich allein gelassen und überfordert fühlt? Was würden die Kinder und Jugendlichen sich wünschen?
Das sind Fragen, mit denen sich Pauline, Kristina, Melanie, Dominic und Timo auseinandersetzen in dem Film "Wir sind hier" von Andrea Rothenburg.
Und sie machen anderen Kindern Mut, trotz der Erkrankungen der Eltern, ihr Leben zu leben. Die Kinder sprechen über ihre Erfahrungen. Im Anschluss an den Dokumentarfilm ist ein offener Austausch zu Erfahrungen und Hintergründen mit der Regisseurin sowie Vertreterinnen und Vertretern aus den Netzwerken Sozialpsychiatrie und Frühe Hilfen geplant.

Die Veranstaltung findet am 26. September 2018 um 19 Uhr in der FRIEDA 23 statt.

Ulrich Kunze



Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Gesundheit & Soziales | Mi., 19.09.2018 - 16:57 Uhr | Seitenaufrufe: 31
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