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Quelle: HRO-News.de | Sa., 10:01 Uhr

Start in die neue EU-Förderperiode in Mecklenburg-Vorpommern

Glawe: Wirtschaft stärken, Forschung und Entwicklung ausbauen, Ansiedlungen und Erweiterungen unterstützen

Rostock-Warnemünde (MWBT) • Der offizielle Startschuss für die neue EU-Förderperiode 2014 bis 2020 des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Mecklenburg-Vorpommern ist erfolgt: Am Dienstag stellten der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe und Michel-Eric Dufeil von der Generaldirektion Regionalpolitik und Stadtentwicklung der Europäischen Kommission in Rostock die neuen Förder-Schwerpunkte des Operationellen Programmes für Mecklenburg-Vorpommern vor. "Wir haben inhaltlich grünes Licht von der Kommission bekommen. Das ist auch ein ganz besonderer Tag für uns. Die Voraussetzungen für weiteres nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum in unserem Land sind damit geschaffen worden", sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe. "Im Mittelpunkt der Förderperiode steht das Vorantreiben des wirtschaftlichen Aufholprozesses in Mecklenburg-Vorpom­mern. Wir wollen die Innovationskraft der Unternehmen durch die Unterstützung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten stärken, die wirtschaftliche Basis unseres Landes verbreitern und mehr Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt schaffen." Von 2014 bis 2020 erhält Mecklenburg-Vorpom­mern rund 968 Millionen Euro EFRE-Mittel.

Beurteilung der EU-Kommission zur Verwendung der Strukturfondsmittel in Mecklenburg-Vorpommern

Michel-Eric Dufeil sagte: "Ich freue mich, dass wir die neue Förderperiode in Mecklenburg-Vorpommern heute eröffnen können. Damit ist der Weg frei für Investitionen in noch mehr Wachstum und Innovation im Nordosten Deutschlands. Der Europäischen Kommission liegt dabei die Senkung der CO²-Emissionen und eine nachhaltige Stadtentwicklung einschließlich Umweltschutz, Ressourceneffizienz und sozialer Eingliederung besonders am Herzen. Mit den Prioritäten für den Einsatz der EFRE-Mittel in den kommenden Jahren, die das Land und die Europäische Kommission gemeinsam erarbeitet haben, kann Mecklenburg-Vorpommern seine Innovationskapazitäten stärken und sein unternehmerisches Potenzial weiter fördern."

 

Förderschwerpunkt Forschung, Entwicklung und Innovation wird aufgewertet

Der Start in die neue EU-Förderperiode fand beim Medizintechnikunternehmen CORTRONIK GmbH in Rostock-Warne­münde statt. Gemeinsam dem Institut für ImplantatTechnologie und Biomaterialien e. V. (IIB), Kompetenzzentrum für Medizintechnik Mecklenburg-Vorpommern, sowie den Universitäten Rostock und Greifswald, werden medizinische Gefäßstützen für das Herz-Kreislaufsystem "- sogenannte Stents - entwickelt und produziert. "Das Unternehmen CORTRONIK ist gemeinsam mit seinen Partnern ein erfolgreiches Beispiel für den Aufbau einer nachhaltigen Wertschöpfungskette. Hier wird vor Ort geforscht, entwickelt und produziert. Verbundforschungsprojekte dieser Art brauchen wir noch mehr im Land, deshalb ist der Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation einer der Schwerpunkte des neuen EFRE-Programms. Unser Fokus liegt auf gemeinsamen Projekten von Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Ziel ist, dass im Ergebnis noch mehr marktfähige Produkte entstehen, die in Mecklenburg-Vorpommern produziert werden. Dies schafft Arbeitsplätze bei uns im Land", betonte Glawe.

"Für uns sind Forschung und Entwicklung unverzichtbar, wenn es darum geht neue Produkte zu entwickeln. Insbesondere mit Unterstützung der EU und des Wirtschaftsministeriums in MV sind wir einen deutlichen Schritt weitergekommen. Aus heutiger Sicht können wir sagen, dass es sich lohnt, wenn Wirtschaft und Wissenschaft an einem Strang ziehen", sagte Dr. Carsten Momma, Geschäftsführer der CORTRONIK GmbH.

Unterstützung innovativer Unternehmensgründungen durch EFRE-Fonds

Von 2014 bis 2020 werden 168 Millionen Euro für wirtschaftsnahe Forschung und Entwicklung eingesetzt, dies entspricht einer Steigerung zur Förderperiode 2007 bis 2013 um etwa zehn Prozent (155 Millionen Euro). Vor allem Projekte von Unternehmen und Verbünden aus Wirtschaft und Wissenschaft (Verbundforschung) sollen weiter unterstützt werden. Neu im EFRE-Programm sind die Möglichkeiten, künftig Beteiligungs- und Risikokapital für junge innovative Unternehmensgründungen und für vielversprechende Entwicklungsvorhaben von bereits bestehenden Unternehmen über zwei noch aufzulegende Fonds bereit zu stellen. Im Kern geht es darum, junge Firmen zu unterstützen, die ein besonders hohes Wachstumspotential aufweisen, aber über zu wenig eigene Mittel verfügen. Darüber hinaus können stille Beteiligungen an Unternehmen unterstützt werden, die bereits am Markt sind. "Für die Förderung von Forschung und Entwicklung haben wir dann mehr Mittel und eine größere Vielfalt an Instrumenten zur Unterstützung zur Verfügung", sagte Glawe.

Unterstützung von Ansiedlungen und Erweiterung

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen. Hierfür werden in der neuen EU-Förderperiode rund 311 Millionen Euro aus dem EFRE eingesetzt. "Ansiedlungen und Erweiterungen im Land zu unterstützen sowie die wirtschaftsnahe Infrastruktur auszubauen, sind ein Hauptaugenmerk, wenn es darum geht die heimische Wirtschaft beim Wachstum aktiv zu begleiten", betonte Glawe.

MV als Wirtschaftsstandort und Tourismusregion vermarkten, Gesundheitswirtschaft stärken

Auch die touristische Infrastruktur, die Vermarktung Mecklenburg-Vorpommerns als Wirtschaftsstandort und Tourismusregion sowie die Unterstützung der Gesundheitswirtschaft werden in der neuen Förderperiode fortgesetzt. "Für das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern ist es wichtig, auch außerhalb der Saisonzeiten für Feriengäste attraktiv zu sein. Aus diesem Grund werden Investitionen in saisonverlängernde Angebote und weitere Vorhaben zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur unterstützt", sagte Glawe.

Natur- und Umweltpark in Güstrow ist Beispiel touristischer Infrastrukturförderung

Der Natur- und Umweltpark (NUP) in Güstrow, den Minister Glawe gemeinsam mit dem EU-Kommissionsvertreter Michel-Eric Dufeil am Dienstag besuchte, setzt derzeit sein Projekt "Gigantum - MV wird wilder" um. Darin sind unter anderem der Ausbau des gesamten Wegenetzes, die Anpassung an den wachsenden Fahrradtourismus sowie die Errichtung eines Wildreservats für Wisente, Wildpferde, Wasserbüffel und Elche geplant. "Der Natur- und Umweltpark ist mit seinen jährlich rund 160.000 Besuchern aus Nah und Fern eine feste Größe als attraktives Ausflugsziel für die Region geworden. Die Unterstützung ist auch ein Beitrag hin zu mehr Ganzjährigkeit", sagte Glawe. Das Wirtschaftsministerium hat für das Projekt einen Zuschuss in Höhe von 1,86 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) freigegeben. Das Investitionsvorhaben beläuft sich insgesamt auf 2,07 Millionen Euro.

Weitere Schwerpunkte des EFRE-Programms

EU Förderperiode 2007 bis 2013: 9.800 Arbeitsplätze geschaffen und 20.000 gesichert

In der Förderperiode 2007 bis 2013 wurden mit der EFRE-Förderung bislang rund 9.800 Arbeitsplätze geschaffen. Davon sind rund 1.400 Arbeitsplätze im Bereich Forschung und Entwicklung entstanden. Über 20.000 Arbeitsplätze wurden in den geförderten Unternehmen gesichert. Durch Folgeinvestitionen z.B. aus den Ergebnissen von Forschungsprojekten entstehen darüber hinaus weitere Arbeitsplätze. "Wir als Wirtschaftsministerium bleiben auch künftig das Investitionsministerium "- von der Wirtschaftsförderung über die kommunale Infrastruktur bis zur Städtebauförderung. Schwerpunktbereiche bleiben Verarbeitendes Gewerbe, die Gesundheitswirtschaft, die Ernährungswirtschaft, Forschung und Entwicklung sowie Handwerk, Bau und Tourismus", sagte Glawe.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Wirtschaft | Sa., 17.01.1970 - 09:44 Uhr | Seitenaufrufe: 200
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