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Export-Schlager aus Marzipan • Export-Lotsen leisten unkomplizierte Beratung für Neueinsteiger auf fremden Märkten
Rostock-Warnemünde/Steffenshagen • Die erste "Export-Tour" in Mecklenburg-Vorpommern geht mit dem heutigen sechsten Veranstaltungstermin und der Präsentation der ersten Strandkorbpraline aus Marzipan in der Classic Conditorei Röntgen in Steffenshagen bei Rostock zu Ende.

Rund 260 Unternehmer und Gründer haben an den praxisorientierten Informationsveranstaltungen in exporterfahrenen Unternehmen teilgenommen. "Wir wollten bestmögliche Hilfestellung beim Einstieg in den Export geben und Mut machen, den Schritt auf neue Märkte zu wagen. Export ist langfristige Zukunftssicherung für heimische Unternehmen", betonte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel. Das Projekt wird von der Hochschule Wismar ausgewertet und mit dem ehrenamtlichen "Export-Lotsen" fortgeführt. "Damit wollen wir absichern, dass Export-Neulinge immer einen vertrauensvollen Ansprechpartner im Land finden", sagte Seidel.

Export-Unternehmen stehen besser da;

Rostock mit hoher Exportquote

Mit der Export-Tour sollten die Bemühungen des Landes für eine verbesserte Außenhandelsbilanz forciert werden. Dabei stand die praktische Hilfestellung für den Einstieg ins Auslandsgeschäft im Vordergrund. Der Export aus MV in 2010 ist gegenüber dem Vorjahr zwar um knapp 19 Prozent auf 6,01 Mrd. Euro angestiegen. Aufgrund der geringen Industriedichte fällt die Exportquote (Auslandsanteil vom Gesamtumsatz des verarbeitenden Gewerbes) im Land jedoch vergleichsweise niedrig aus. Die Exportquote beträgt in Deutschland 46 Prozent, in den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) 34 Prozent und in Mecklenburg-Vorpommern 27 Prozent. Der Schiffbau spielt im Export eine wesentlich geringere Rolle als in den Vorjahren, er wird inzwischen vor allem von kleineren und mittleren Unternehmen außerhalb des Schiffbaus getragen. Die zahlenmäßig wichtigsten Auslandsmärkte für Mecklenburg-Vorpommern liegen in Europa und hier insbesondere im Ostseeraum. 2010 gingen 69 Prozent der Gesamtexporte Mecklenburg-Vorpommerns nach Europa und 29 Prozent in den Ostseeraum einschließlich Russland (Asien 20 Prozent, Amerika 8 Prozent). Die bedeutendsten Export-Zielländer  sind Schweden, Frankreich und Dänemark. Die größte Export-Warengruppe entfällt mit elf Prozent auf Maschinen.

Auf die Stadt Rostock entfallen mehr als ein Viertel (27 Prozent) der Auslandsumsätze Mecklenburg-Vorpommerns; die Export-Quote der Hansestadt beträgt sogar 43 Prozent. Dies ist im Vergleich zu MV eine sehr hohe Quote, die weit über dem ostdeutschen Durchschnitt liegt und fast an den gesamtdeutschen Durchschnitt heranreicht. Exportorientierte Unternehmen in Rostock sind beispielsweise die Nordex Energy GmbH, die DMR Mechanische Werkstätten GmbH, Liebherr-MCCtec Rostock GmbH, Metallbau Rostock GmbH, Caterpillar Motoren Rostock GmbH sowie die RMT Maschinenbau GmbH.

"Unternehmen mit Exportorientierung stehen nachweislich wirtschaftlich besser da als Firmen, die sich nur auf dem inländischen Markt bewegen. Nur gesunde Unternehmen können entsprechende Löhne bezahlen und damit die Abwanderung von qualifizierten Fachkräften aus unserem Land stoppen", begründete Seidel die verstärkte Exportförderung. "Mit Blick auf die demografische Lage und die schrumpfenden Binnenmärkte kommt den Auslandsmärkten künftig eine noch größere Bedeutung zu."

Die Export-Tour ist auf ein großes Interesse gestoßen. Unternehmer aus dem ganzen Land haben das bilaterale Gespräch mit den Experten der Außenwirtschaft und den gastgebenden Exportfirmen gesucht. Dabei wurde immer wieder gefragt, wie die wirklich relevanten Messen herausgefiltert werden können, wie das Exportgeschäft gegen unbekannte Risiken abgesichert werden kann, auf welchem Weg man an verlässliche Informationen für die Marktrecherchen kommt und welche Gebühren bei der Ausfuhr der Güter anfallen. Darüber hinaus haben sich die Teilnehmer gezielt nach Fördermöglichkeiten bei außenwirtschaftlichen Aktivitäten sowie nach Ansprechpartnern vor Ort erkundigt.

"Die umfassende Information im Vorfeld ist entscheidend für eine risikoarme und erfolgreiche Erweiterung der Geschäfte im Export", unterstrich Seidel. Dafür stehen im Land und bundesweit zahlreiche Unterstützungs- und Beratungsinstrumente zur Verfügung, die mit der Export-Tour bekannter gemacht werden sollten. Für 2011 stehen in MV Gelder in Höhe von 1,7 Millionen Euro bereit, unter anderem aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

Der "Export-Lotse" folgt der "Export-Tour";

Wismarer Studenten werten Export-Tour aus

"Wir haben erkannt, wie wichtig der direkte Austausch der Unternehmer untereinander und die Beratung vor Ort sind, um Befürchtungen und Hemmschwellen abzubauen", so Seidel weiter. Aus den Erfahrungen der Export-Tour wurde das Modellprojekt des Export-Lotsen entwickelt.

Bei der Export-Tour hat jeweils ein Export-Unternehmen als Gastgeber für Firmeninhaber mit internationalen Ambitionen fungiert. Dieses Prinzip soll auf den Export-Lotsen übertragen werden.

Ein Export erfahrenes Unternehmen (=Export-Lotse) unterstützt ein bisher unerfahrenes Unternehmen (Export-Neuling) auf seinen ersten Schritten in Richtung Auslandsmarkt. "Die sechs Export-Tour-Gastgeber haben bereits ihre Zustimmung zu dem Projekt gegeben", freute sich der Wirtschaftsminister. Das sind die Masson-Wawer Fiberglasmöbel GmbH in Groß Lüdershagen, die HOBAS Rohre GmbH Neubrandenburg, die ME-LE Energietechnik GmbH Torgelow, die AIRSENSE Analytics GmbH Schwerin sowie die Schuhmanufaktur Kay Gundlack Parchim und die Classic Conditorei Röntgen in Steffenshagen. Weitere Export-Lotsen sollen für das Vorhaben gewonnen werden und sind willkommen. Im Internet besteht die Möglichkeit, sich unter www.export-tour.de über das Konzept zu informieren und mit einem Export-Lotsen Kontakt aufzunehmen.

Auf der Homepage ist darüber hinaus ein Fragebogen eingestellt, um Kritik und Verbesserungsvorschläge zur Export-Tour zu erhalten. Gleichzeitig findet eine wissenschaftliche Auswertung durch die Hochschule Wismar statt. Studierende werden die teilnehmenden Unternehmen telefonisch kontaktieren und zu exportrelevanten Aspekten befragen. "Wir erhoffen uns dadurch neue Anregungen zur Fortsetzung der Export-Tour und zum genauen Informationsbedarf der Unternehmen", erklärte Seidel. Die Wismarer Hochschule ist seit Jahren im Messebereich aktiv und kooperiert mit mittelständischen Unternehmen, um sie optimal auf Messeauftritte vorzubereiten und somit die Absatzchancen zu verbessern.

Essbarer Strandkorb als süßer "Botschafter"

Die Classic Conditorei Röntgen (Privatconditorei seit 1879) in Steffenshagen hat heute auf der letzten Station der Export-Tour MV 2011 erstmalig ihre neuen Pralinen in Strandkorbform öffentlich präsentiert. Die im April 2011 beim Patentamt zum Geschmacksmusterschutz erfolgreich angemeldete Nascherei aus Marzipan soll ab Sommer 2011 auch als Schokoladenpraline mit unterschiedlichen Füllungen zu erhalten sein. Die Neuentwicklung ist als "süßer Webebotschafter" für das Landesmarketing konzipiert, der auf genussvolle Weise auf die touristischen Schönheiten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern hinweisen soll. Deshalb sollen die kleinen essbaren Strandkörbe nicht nur in den Caféhäusern der Classic Conditorei & Café Röntgen GmbH in Kühlungsborn, Warnemünde, Ahlbeck und Berlin zu finden sein, sondern international vermarktet werden, kündigte Geschäftsführer Frank Röntgen auf der letzten Veranstaltung  der Export-Tour 2011 an. Der Strandkorb, als Sitzmöbel durch den Hofkorbmacher Bartelmann vor mehr als 100 Jahren in Warnemünde erfunden, ist das Markenzeichen des Landes.

Unter der selbst entwickelten Marke "Classic Conditorei & Café Röntgen" werden seit 1993 hochwertige deutsche und französische Conditoreispezialitäten produziert und vertrieben. Einen guten Namen und viele Besucher haben die Premium Cafés in Ferienzentren an der Ostsee und in Berlin. Das Unternehmen ist bekannt für seine Produktinnovationen, die auf ausländischen Gourmetmärkten begehrt sind. "Wir orientieren uns international und suchen mit innovativen Qualitätsprodukten weltweit exklusive Märkte für unsere Erzeugnisse", erläuterte Röntgen.

Ausgefallene und beliebte Naschereien sind unter anderem das mit der Hochschule Neubrandenburg entwickelte und kreierte Sanddorntörtchen und Patisserie-Erzeugnisse auf europäischem Spitzenniveau, die durch die Verarbeitung von Fruchtmousse mit Sahne besonders gesundheitsfördernd hergestellt werden. Auch die acht "Ländergipfeltörtchen" zum G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm, das Schweriner BUGA-Törtchen 2009 und Köstlichkeiten für die Asia Week in Helsinki für einen großen Kaufhauskonzern 2010 haben Schlagzeilen gemacht. Geplante Auslandsaktivitäten in Japan in diesem Jahr mussten aufgrund der dortigen Naturkatastrophen erst einmal verschoben werden. Im Unternehmen arbeiten rund 60 Mitarbeiter und fünf Azubis.
Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Wirtschaft | Mi., 25.05.2011 18:51 Uhr | Seitenaufrufe: 348
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