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Integration erneuerbarer Energien
Seidel: Neue Studie soll Bedarf beziffern - Netzausbau wird besser planbar
Rostock/Schwerin • Die Integration erneuerbarer Energien in die Stromnetze ist das Thema einer neuen Studie der Universität Rostock. "Der schnelle Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere von Windkraft-, Biogas- und Photovoltaikanlagen, macht eine Fortschreibung der ersten Netzstudie von 2009 erforderlich", sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) am Dienstag in Schwerin anlässlich der Auftragsvergabe an die Universität Rostock.

Im Rahmen der Studie wird die aktuelle Einspeisung in die Hoch- (110kV) und Höchstspannungsnetze (220/380kV) erfasst. "Anschließend werden die erwartbaren Einspeisepotenziale für die Jahre 2015, 2020 und 2025 ermittelt", sagte Seidel. "Aufgrund der Prognosen zu den Auswirkungen der Einspeisung der erneuerbaren Energien ins Netz können dann Planungen für den Netzausbau optimiert werden." Untersuchungen repräsentativer Mittelspannungsnetze (20kV) runden die Studie ab. Die Ergebnisse der Rostocker Forscher sollen bis Januar 2012 vorliegen.

"Auch die Ursachen für die erwartbare Steigerung der Netzentgelte sollen aufgezeigt werden", sagte Seidel. In Kürze wird der erste Offshore-Windpark vor der Küste – EnBW Baltic 1 mit fast 50 MW – an das Netz gehen. Aber auch die Einspeisung aus der Photovoltaik hat im Jahre 2010 auf Grund der vielen großen Freiflächenanlagen sprunghaft zugenommen. Die vorhandenen Leitungen geraten bei der Aufnahme des Stroms zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen.

"Wenn in Norddeutschland zunehmend erneuerbarer Strom produziert wird und in Süd- und Westdeutschland Kernkraftwerke abgeschaltet werden, müssen die "Stromautobahnen" ausgebaut werden, um ganz Deutschland zu versorgen", sagte Seidel. "Wir müssen uns auf die damit verbundenen steigenden Netzentgelte einrichten, eine Energiewende zum Nulltarif wird es nicht geben. Es ist aber wichtig, dass die Ausbaukosten bundesweit gleich verteilt werden und Länder wie MV, die zügig im Ausbau der erneuerbaren Energien voranschreiten, nicht benachteiligt werden."*

Die vom Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie wird begleitet von der "Netzplattform MV", der Fachleute des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz Transmission, der regionalen Netzbetreiber WEMAG Netz GmbH und E.ON edis AG, von Stadtwerken, Hochschulen und dem Wirtschaftsministerium angehören. Das Gremium soll zudem Fragestellungen des Netzausbaus im Land begleiten und "Konzepte zur Bewältigung der Herausforderungen im Netzausbau" entwickeln.

* Die aktuelle Verteilnetzstudie des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) spricht von Investitionen in die Stromnetze von 0,10 bis 0,40 Euro pro investiertem Euro in die erneuerbaren Energien. Dies bedeutet 20 - 30 Mrd. Euro Investitionen in Verteilnetze und 10 bis 20 Mrd. Euro in Höchstspannungsnetze in den nächsten Jahren .
Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Energie | Di., 29.03.2011 18:47 Uhr | Seitenaufrufe: 91
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