Kreislauf- und Teilkreislauftechnologie als Perspektive für Aquakultur in M-V / News / Seestadt Rostock
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Quelle: OSTSEE-ZEITUNG | Fr., 06:48 Uhr

Kreislauf- und Teilkreislauftechnologie als Perspektive für Aquakultur in M-V

Rostock (mluv) • "Als Agrar- und Fischereiland sieht sich Mecklenburg-Vorpommern in der Verantwortung, Perspektiven für die Wirtschaft, die Umwelt und die Gesellschaft zu entwickeln. In der Koalitionsvereinbarung wurde unter anderem die Weiterentwicklung der Aquakulturtechnologie, die finanzielle Förderung von privaten Investitionen in die Aquakultur sowie die Stärkung der Fischereiforschung festgeschrieben", sagte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus heute anlässlich der Summer School "New developments and perspectives in Aquaculture" der Universität Rostock.

Minister Backhaus erinnerte an DDR-Zeiten, als alle Binnenfischereiunternehmen gleichzeitig auch Aquakultur betrieben. Die damals produzierten Mengen mussten nach der Wende wegen der verschärften Umweltrechtsprechung fast vollständig zurückgefahren werden. "Natürlich wissen wir, dass die Entwicklung der Aquakultur ein sehr langer und steiniger Weg ist, da die Umweltschutzbestimmungen in Deutschland erheblich strenger sind als in anderen EU-Staaten", so Minister Backhaus. Genehmigungen zur Lachsproduktion, wie sie zum Beispiel Unternehmen in Schottland oder in Norwegen erteilt wurden, seien in Deutschland undenkbar.

"Daher sehen wir seit Jahren die Perspektive der Aquakultur für unser Land in der Entwicklung von Kreislauf- und Teilkreislauftechnologie, da gerade in solchen Anlagen am sichersten die Auswirkungen auf die Umwelt kontrolliert und begrenzt werden können. Dafür geben wir derzeit allein bis Ende 2012 mehr als 15 Millionen Euro Landes- und EU-Mittel aus", erläuterte der Minister.

Im letzten Jahr waren in Mecklenburg-Vorpommern vier kommerzielle Anlagen zur Produktion von ca.130 Tonnen Stör und 300 Tonnen Afrikanischen Wels in Betrieb.

Daneben gibt es eine Reihe von Unternehmen, die größtenteils mit dem Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt zusammen an verschiedenen Themen arbeiten. Dazu gehören beispielsweise die Aufzucht von Zander, Quappe, Schnäpel und Edelkrebsen.

"Damit Investoren, die im Bereich der Aquakultur in Mecklenburg-Vorpommern investieren wollen, ihre Investitionen seriös planen, durchführen und damit Gewinn machen können, entwickeln wir über unser Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt die Kreislauftechnologie weiter", sagte Minister Backhaus.

Die Entwicklung solle so weit getrieben werden, dass man am Ende Aussagen zur technischen Leistung sowie den biologischen, chemischen und physikalischen Abläufen in einer Kreislaufanlage treffen kann. Außerdem gelte es herauszufinden, wie man die Produktionskosten senken kann, um vor allem auf den heimischen Märkten mit im Ausland produzierten Fischen konkurrieren kann.

"Von der Zusammenarbeit mit der Universität erhoffe ich mir, dass wir in Zukunft Fragen, die sich aus der angewandten Forschung unseres Institutes ergeben und die vielleicht mehr den Charakter einer Grundlagenforschung haben, miteinander erörtern und gemeinsam lösen können. Im Gegenzug sind wir mit unseren Forschungseinrichtungen jederzeit gerne der Praxispartner für die Fragestellungen der Universität", hob Minister Backhaus hervor.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Umwelt | Do., 15.01.1970 - 21:36 Uhr | Seitenaufrufe: 654
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