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Backhaus wirbt für „Vertrauen und Verlässlichkeit“ auf zweitem Russlandtag

Rostock-Schmarl (MLUV) • Mit Blick auf die eingefrorenen Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland wirbt Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, anlässlich des 2. Russlandtages am morgigen Mittwoch auf der HanseMesse in Rostock für "Vertrauen und Verlässlichkeit auf beiden Seiten". Er rät dazu, sich auf die Dinge zu konzentrieren, "die beide Staaten miteinander verbinden". Dazu gehörten vor allem die erfolgreich gewachsenen, wirtschaftlichen Beziehungen, die nicht zuletzt auf die relativ kurzen Transportwegen über den Ostseeraum zurückzuführen sind.

Auf dem Russlandtag eröffnet Dr. Backhaus den Workshop "Land- und Ernährungswirtschaft", in dem deutsche und russische Unternehmerinnen und Unternehmer Erfahrungen austauschen und über Chancen und Risiken des Handels zwischen beiden Staaten debattieren. Sergey Yakhnyuk, Stellvertretender Vorsitzender der Regierung des Leningrader Gebiets und Vorsitzender der Kommission für Landwirtschaft und Fischerei hält ein Grußwort. "Ich hoffe, dass der 2. Russlandtag dazu beiträgt, dass man erkennt, wie wichtig die Kontakte zu Russland für die Land- und Ernährungswirtschaft in MV sind ", sagt Minister Dr. Backhaus im Vorfeld.

Vor den Handelsbeschränkungen isti die Russische Föderation ein wichtiger Handelspartner für die EU gewesen. 10 % der Agrarexporte mit einem Gesamtwert von 11,8 Milliarden € sind nach Russland gegangen "- 29% des Obsts und Gemüses, 33% des Käses und 28% der Butter. Auch wurde in Folge einer Delegationsreise 2012 "ein kleines, aber hoffnungsvolles Vorhaben" gestartet, kleine und mittelständische Unternehmen der Land- und Ernährungsbranche aus MV in Russland zu platzieren. "Das Embargo hat dieses Pflänzchen verdorren lassen, aber ich hoffe, dass noch etwas Leben in diesem Stamm ist", so der Minister.

Besonders hart getroffen hat es den Export von Käse. Seit 2013 hat sich das Exportvolumen in diesem Sektor von rund 9.300 t auf etwa 4 t verringert. Ähnlich dramatisch ist die Situation beim Export von Fleisch: von über 1.000 t in 2013 ist dieser auf 10 t im Jahr 2015 gesunken. Der Abwärtstrend lässt sich auf das Ernährungsgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt übertragen. So verringerte sich das Exportvolumen seit 2013 von rund 26.000 t auf etwa 17.000 t. Auch die Einfuhr von Waren hat sich nahezu halbiert. Wurden im Jahr 2013 noch Lebensmittel mit einem Volumen von knapp 15.000 t importiert, waren es 2015 nur noch rund 7.400 t. Die Krise auf dem Milch- und Schweinemarkt verschärft die Situation zusätzlich.

Der Minister bezeichnet die Entwicklungen als "beunruhigend" und wertet den Russlandtag 2016 als ein Signal zur Entspannung: "In unserem Land werden hochwertige Produkte hergestellt an Standorten, in die Investitionen in Milliardenhöhe geflossen sind. Wir sind in der Lage, Partner auf der ganzen Welt zu beliefern und Russland liegt vor unserer Haustür." Konkrete Potenziale sieht Dr. Backhaus etwa im Handel mit Kartoffeln und Kartoffelerzeugnissen, Güter des Premiumsegments oder aber in der Aquakultur und Anlagentechnik.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Wirtschaft | Di., 24.05.2016 - 16:17 Uhr | Seitenaufrufe: 44
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