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Auf altem Gaswerk-Gelände in Rostock wird Öko-Strom produziert

Rostock-Stadtmitte (MLUV) • Auf dem sanierten Gelände des ehemaligen Gaswerks Rostocks wird künftig Ökostrom produziert. Nach zwei Monaten Bauzeit wird am kommenden Montag, dem 25. September 2017, um 14.30 Uhr, in der Bleicher Straße eine Photovoltaik-Anlage feierlich in Betrieb genommen. Anlagenbetreiber sind die Stadtwerke Rostock. Zur Einweihung hat sich auch Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Dr. Till Backhaus angesagt.

"Belastete Flächen oder Industriebrachen für die umweltfreundliche Energieerzeugung zu nutzen, ist eine sinnvolle Entwicklung, die meine vollste Unterstützung erhält. Nicht nur, weil eingeschränkt nutzbare Flächen einer nachhaltigen Nutzung zugeführt und damit aufgewertet werden. Sondern auch, weil durch Brachflächenrecycling landwirtschaftliche Flächen vor einer Bebauung geschützt werden können", sagte der Minister im Vorfeld der Veranstaltung.

Die neue Photovoltaik-Anlage soll jährlich 740.000 Kilowattstunden Strom produzieren, der vollständig ins Netz eingespeist werden soll. Damit können rund 231 Haushalte bei einem angenommenen Strombedarf von je 3.200 Kilowattstunden pro Jahr versorgt werden. Die CO2-Ersparnis liegt bei 340 Tonnen jährlich.

Die Errichtung der Anlage auf einer Altlast sei aber auch mit Herausforderungen verbunden gewesen, so Backhaus. Oberflächenversiegelungen durften nicht beeinträchtigt werden, Sicherheitseinrichtungen, wie Messstellen, Spundwände und Filterbauwerke mussten weiterhin erreichbar bleiben.

135 Jahre wurde auf dem Gelände Stadtgas erzeugt, bis 1968 auf Steinkohlebasis, ab 1959 durch Öl- und später durch Flüssiggasspaltung. Zum Zeitpunkt der Betriebseinstellung 1991 war das insgesamt ca. 12 ha große Gelände fast flächendeckend mit gaswerkstypischen Schadstoffen (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Mineralölkohlenwasserstoffe, BTEX, Cyanide, Phenole) belastet.

Mit Erlass des Bundes-Bodenschutzgesetzes in 1998 erhielt das damals zuständige Staatliche Amt für Umwelt und Natur Rostock (heute StALU Mittleres Mecklenburg) die rechtliche Handhabe, um gemeinsam mit der Stadtwerke Rostock AG als Grundstückseigentümer notwendige Gefahrenabwehr-, Dekontaminations- und Sicherungsmaßnahmen durchzuführen.

Zu den Sanierungsmaßnahmen direkt auf dem Gaswerksgelände zählen unter anderem die Errichtung einer 675 Meter langen Spundwand, die nicht nur Schadstoffausträge im Untergrund unterbindet, sondern gleichzeitig auch einen wirksamen Schutz gegen Hochwasser bietet, die Entwässerung sämtlicher versiegelter Flächen durch ein neu errichtetes Entwässerungsnetz oder der dauerhafte Betrieb einer Grundwasserreinigungsanlage. Die Kosten für die Sanierung des Gaswerksgeländes beliefen sich auf ca. 5,2 Mio. Euro.

Darüber hinaus wurde 2014 der belastete Warnow-Altarm saniert. Dafür wurden teerbelastete Sedimente entnommen sowie Wasser und Feststoff aufbereitet. Die Sanierungskosten beliefen sich auf rund 2 Mio. € und wurden zu 75% aus Mittel des Europäischen Fischereifonds finanziert.

Allein auf dem Gebiet der Hansestadt Rostock sind für Sanierungen und Sanierungsplanungen von Altlastenstandorten bis heute insgesamt rund 15 Mio. Euro von Bund und Land investiert worden. Darunter für das Tanklager Bramow, die Simeonsbetriebe (Chemische Reinigung) und die aktuell laufende Sanierung des ehemaligen VEB Bitumenverarbeitung. Hinzu kommen die umfangreichen Sanierungskosten für die Werftstandorte des Großprojekts Küste in den 90er Jahren.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Energie | So., 18.01.1970 - 11:22 Uhr | Seitenaufrufe: 217
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