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Konferenz der Maritimen Wirtschaft MV

Seidel: Schiffbau bleibt industrieller Kern

Rostock (mwat) • Die maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel. "Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind noch nicht überwunden, aber die Lage stabilisiert sich langsam", sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel am Donnerstag zur Eröffnung der 4. Zukunftskonferenz der Maritimen Wirtschaft in Rostock. "In Mecklenburg-Vorpommern bleibt die maritime Industrie ein Kern der industriellen Wertschöpfung."

Die maritime Industrie (Schiff- und Bootsbau, Zulieferer sowie Meeres- und Offshore-Technik) beschäftigt in Mecklenburg-Vorpommern rund 12.400 Arbeitnehmer in 360 Unternehmen. "Der Schiffbau erfordert als strategische Industrie neue Konzepte; Spezialschiffbau, Offshore-Strukturen und Diversifizierungen im Leichtbau sind hier Stichworte. Bei der Finanzierung von Aufträgen wird aber die Unterstützung der Bundesregierung unerlässlich bleiben", sagte Seidel.

Seit 2008 wurden auf den Werften in Mecklenburg-Vorpommern 17 Aufträge im Auftragswert von rd. 660 Mio. Euro storniert. "In diesem Jahr ist eine positive Entwicklung bei der Auftragshereinnahme zu verzeichnen", sagte Seidel. Bis jetzt seien 19 Neubauaufträge erteilt, fast ausschließlich Spezialschiffe wie Fährschiffe, Ro-Ro-Spezialtransporter, Saugbagger, eine Doppelendfähre, ein eisbrechender Produktentanker sowie zwei Flusskreuzfahrtschiffe und sechs Binnentankschiffe. Die Diethert Unternehmensgruppe baut sich in Lubmin und Wismar mit dem Bau von Binnentankschiffen ein neues Geschäftsfeld auf.

Der sich gegenwärtig im deutschen Schiffbau vollziehende Strukturwandel wird nach Auffassung von Experten zu einer Reduzierung der Kapazitäten im deutschen Handelsschiffbau um bis zu 50 Prozent führen. "Die Konzentration auf den Spezialschiffbau setzt erhöhte Anstrengungen in Forschung, Entwicklung und Innovationen voraus", sagte Seidel und gab den Aufbau einer eigenständigen wirtschaftsnahen maritimen Industrieforschungseinrichtung als Ziel aus. "Es ist notwendig, die Technologie- und Forschungskapazitäten zu bündeln, zu vernetzen und weiter auszubauen." Wichtig für die Werften sei deshalb auch die Beibehaltung der Innovationsförderung innerhalb der Rahmenbestimmungen für staatliche Beihilfen an den Schiffbau.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Wirtschaft | Do., 15.01.1970 - 23:41 Uhr | Seitenaufrufe: 514
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