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Heinkel-Mauer soll künftig authentisch Geschichte vermitteln

Bürgerbeteiligung zur Gestaltung geplant

Rostock-Stadtmitte (HRPS) • Zur Bewahrung des geschichtlichen Erbes der Hansestadt Rostock sollen Teile der denkmalgeschützten Heinkel-Mauer am Werftdreieck sowie in der künftigen stadtgeschichtlichen Präsentation in der August-Bebel-Straße ausgestellt werden.

"Als aufgearbeitete Objekte können sie authentisch und eindrucksvoll Geschichte vermitteln. Die direkte Auseinandersetzung mit dieser zwiespältigen Hinterlassenschaft der Naziherrschaft soll uns sowie künftige Generationen eindringlich an unsere geschichtliche Verantwortung erinnern", unterstreicht die Leiterin des Amtes für Kultur, Denkmalpflege und Museen, Dr. Michaela Selling.

Einwohnerinnen und Einwohner können in den kommenden Monaten Vorschläge zur Gestaltung im neuen Wohngebiet am Werftdreieck unter anderem in Bürgerforen einbringen, die die kommunale Wohnungsgesellschaft WIRO als Eigentümerin des sieben Hektar großen Areals gemeinsam mit städtischen Ämtern veranstalten wird. Bereits am 4. Februar waren auf einer Einwohnerversammlung mit dem Ortsamt Mitte und dem Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft Pläne für eine Bürgerbeteiligung und den städtebaulichen Wettbewerb vorgestellt worden. In diesem Forum waren bereits Vorschläge zur Präsentation der Mauer am Werftdreieck und in einer stadtgeschichtlichen Ausstellung vorgebracht worden. Unterstützend arbeiten hier auch das zukünftige Architekturbüro, der Förderkreis für Luft- und Raumfahrt Mecklenburg-Vorpommern und das Kulturhistorische Museum Rostock.

Die Heinkel-Mauer  - Relikt der 1922 in Warnemünde gegründeten und während des Zweiten Weltkrieges weiter aufstrebenden Heinkel-Flugzeugwerke - war 1995 unter Denkmalschutz gestellt worden.
Sie gilt als eindrucksvolles Zeitzeugnis der NS-Diktatur, in deren Rüstungsindustrie in der Hansestadt Zwangsarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen geschunden worden waren.

Witterungseinflüsse hatten dem freistehenden Ziegelmauerwerk in den letzten 20 Jahren stark zugesetzt und zur Tragfähigkeit des Gesamtfundamentes bestehen erhebliche Zweifel. Die nicht frostsicheren Hartbrand-Ziegel waren bereits in den 30er Jahren mangelhaft hergestellt worden. In einem Gutachten von INROS-Lackner wird festgestellt, dass die Heinkel-Mauer unter Erhalt der historischen Bausubstanz nur sehr bedingt sanierungsfähig sei. Eine denkmalgerechte Sanierung ist aus Sicht der Unteren Denkmalschutzbehörde nicht mehr möglich und auch wirtschaftlich nicht vertretbar, sie wird deshalb dem Abrissantrag der  Krieger GmbH zustimmen.

"Die künftige Präsentation von Teilen der geschichtsträchtigen Mauer am Werftdreieck und in der stadtgeschichtlichen Ausstellung soll eine mahnende Erinnerung an ein zwiespältiges, dunkles Kapitel Rostocker Industriegeschichte und deren Opfer in Würde ermöglichen", unterstreicht Dr. Michaela Selling. Darüber hinaus wird sich die Hansestadt Rostock dem Thema Luft- und Raumfahrt mit allen seinen Facetten auch besonders anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums widmen.

Quelle: HRO-News.de | Rubrik: Kunst & Kultur | Sa., 17.01.1970 - 12:39 Uhr | Seitenaufrufe: 159
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